Ein Zufall hat den Junglehrer Ferdinand Prokop und den Schuldirektor Gottfried Mailänder im ehrwürdigen humanistischen Gymnasium Justinianum in der niederrheinischen Stadt Closterflühm zusammengeführt. 'Ochsentour' erzählt aus einer Welt voller Intrigen, wie diese beiden Männer in der politisch bewegten Zeit von 1978 bis 1984 aneinandergeraten und der eine zum Gegenspieler des anderen wird.
In 'Ochsentour', nicht zuletzt ein Roman über die Wirkung von Literatur, verschmelzen Elemente des Märchens mit denen der antiken Tragödie. Schule und vor allem Schulverwaltung suchen wie von selbst die Nähe zu Kafkas Bürokratiesatiren, und bisweilen weht bei einem Schluck Feuerzangenbowle der Geist des Humanismus und der klassischen Bildung durch die Satzgebäude.
Vor dem Hintergrund des Zeitpanoramas kämpfen Prokop und Mailänder für die Gestaltung des eigenen Lebensentwurfs. Welche Möglichkeiten werden verworfen, und welchen Preis ist man bereit, dafür zu zahlen?
Winand Herzog
1980er Jahre Schulroman politischer Unterhaltungsroman
"Die Lektüre war ein Vergnügen, dazu eine detailreicher Einblick in die Mentalitätsgeschichte einer Zeit und einer Region, die mir nicht wirklich vertraut war. Es gelingt in diesem Roman, Ausschnitte aus politischem und persönlichem, schulischem und pädagogischem Alltag so miteinander zu verbinden, dass die subtilen - und auch die weniger feinen - Dynamiken des Für- und Gegeneinanders deutlich konturiert hervortreten. Und das in einer Sprache und in einer Form des Erzählens, die man unprätentiös nennen kann." (Ralf Schnell, Mitverfasser von Metzlers "Deutsche Literaturgeschichte")
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