Winand Herzog Herzog »Ein steinerner Abgott« oder Ein Fisch namens Josef

»Ein steinerner Abgott« oder Ein Fisch namens Josef

von Winand Herzog

Arno Schmidts historischer Roman »Das steinerne Herz« im Kontext und doppelten Anspielungsraum

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Beschreibung

Der Essay widmet sich in drei Teilen einigen scheinbar disparaten und insgesamt wenig beachteten Aspekten des Romans »Das steinerne Herz« von Arno Schmidt, wobei in allen drei Teilen die entsprechenden Kontexte mitberücksichtigt werden. Im ersten Teil (Kapitel 1 bis 3) steht die Erfahrung des Alltagslebens während des DDR-Aufenthalts des Ehepaars Schmidt im Sommer 1954 und dessen Verarbeitung im 1954/55 geschriebenen Roman im Mittelpunkt, die bisher zu wenig über das bei Schmidts zu Lesende hinaus in die allgemeine soziale Lage in Ost und West eingeordnet wurde. Im zweiten Teil thematisiert der Autor unter Rückgriff auf ETA Hoffmanns Nachtstück »Das steinerne Herz« Aspekte des von Schmidt gewählten Titels seines Romans (Kapitel 4 bis 8) und erforscht den sich daraus ergebenden Anspielungsraum. Im dritten Teil (Kapitel 9 bis 10) erweist sich der von Arno Schmidt hinzugefügte Untertitel Historischer Roman aus dem Jahre 1954 nach Christi insbesondere in seiner ungekürzten Länge als notwendiges Bindeglied, um die disparaten Aspekte von Teil I bis III zusammenzufügen. Die Analyse des Untertitels mündet in die Beschäftigung mit einem Herzstück des DDR-Aufenthalts nicht Arno Schmidts, sondern seines alter ego Walter Eggers. Dazu erfindet Schmidt die Szene eines Schachspiels, das den Charakter eines ideologischen »Wettkampfs der Systeme« annimmt, wie der Titel einer damals populären Radiosendung lautete. Den Ausgang dieses Wettkampfs bildet ein zentrales Schlüsselzitat, das dechiffriert und in seinen Zusammenhang eingeordnet wird.

Autor*in

Winand Herzog
Winand Herzog studierte Germanistik, Sozialwissenschaften, Philosophie und Psychologie. Er veröffentlichte Gedichtbände, Romane und literaturwissenschaftliche sowie politische Studien. Zu Arno Schmidt edierte er 2008 den Film Anno Schmidt und schrieb neben zahlreichen Aufsätzen bisher fünf umfangreiche Bücher zu Schmidt: »Keine Experimente!« zu Arno Schmidts Gelehrtenrepublik (2010) sowie zu dessen Revue »Das zweite Programm« (auch über Eberhard Schlotter, edition text+kritik 2012). Arno Schmidts dyadisches Schreiben untersuchte er anhand der Dankadresse zum Goethe-Preis in Ein »böses ‹Zu spät!›«? (edition text+kritik 2019) und Schmidts Textherstellungsverfahren in Zettel’s Traum in Zettel & Schuss (2023). Zuletzt erschien anlässlich des 300. Geburtstag von Friedrich Gottlieb Klopstock 2024 »… fleißiger gelesen« über Arno Schmidt und Klopstock.

Themen in »»Ein steinerner Abgott« oder Ein Fisch namens Josef«

Arno Schmidt Das steinerne Herz DDR E.T.A. Hoffmann Fred Oelssner Das kalte Herz Schach Familie Alice Schmidt

Stimmen zu »»Ein steinerner Abgott« oder Ein Fisch namens Josef«

Details

ISBN: 9783930509102
Verlag: Büro f. Realitäts Design
Erscheinung: 16.07.2024

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