„Vorspiel zur Vergangenheit“ ist die faszinierende Geschichte einer jungen Journalistin, die im Berlin der zwanziger Jahre Furore machte und um 1930 als Gattin des Großverlegers Ullstein für einen Skandal sorgte: Der Vorwurf, sie sei Spionin, mündete in einen aufsehenerregenden Gerichtsprozess. Sie avancierte zu einer wichtigen Protagonistin ihrer Epoche, dies auch durch ihre prominenten Ehemänner: Ernst Gräfenberg, der mit einer Erfindung Medizingeschichte schrieb, und Franz Ullstein, Direktor des einflussreichsten Pressekonzerns Europas. Ihr dritter Mann war ein ungarischer Graf, durch den sie Rosie Gräfin Waldeck wurde, kurz: „R. G. Waldeck“. Unter diesem enigmatischen Namen veröffentlichte sie in der Nachkriegszeit historische Liebesromane. Geboren zur Kaiserzeit 1898 als Tochter eines jüdischen Privatbankiers, machte sie 1920 in Heidelberg ihren Doktor und begann in Paris als Journalistin. Reportage-Reisen führten sie nach Französisch-Marokko, Russland, auf den Balkan, nach China. Ab Anfang der dreißiger Jahre setzte sie ihre Karriere in Amerika als Verfasserin politischer Sachbücher fort und galt als eine der bekanntesten Autorinnen der USA. Überall begegnete sie Größen aus Kultur, Politik und Gesellschaft, darunter Wilhelm Furtwängler, Gustav Stresemann, Oskar Kokoschka, Vicki Baum, Erich Maria Remarque, Siegfried Kracauer, Friedrich Sieburg, Richard Strauss, Prinz Louis Ferdinand von Preußen, Konrad Adenauer sowie Clare Boothe Luce, Broadway-Autorin und Botschafterin in Rom, und US-Verleger (Time, Life) Henry R. Luce. Sie starb 1982 in New York. Ihre Autobiographie, 1934 erstpubliziert, erscheint nun erstmals auf Deutsch.
Autobiographie Rosie Gräfenberg
Rosie Gräfenberg
Autobiographie Belletristik Biographie