Das "Hagener Geschichtsheft Nr. 4" steht ganz im Zeichen von Zeitzeugenberichten. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf dem Stadtteil Eckesey. In einem sehr persönlich gehaltenen Bericht erzählt der "Eckeseyer Junge" Karl-Heinz Klostermann über eine "Lehrzeit zwischen Diktatur und Demokratie". Dankward Börngen, langjähriger Schmiedag-Betriebsratsvorsitzender und Ratsmitglied der Stadt Hagen, schildert aus seiner ganz persönlichen Sicht die Entwicklung Eckeseys, insbesondere in den ersten Jahrzehnten unseres Jahrhunderts.
Komplettiert wird das Heft durch einen ausführlichen und inhaltsreichen Beitrag W.D. Schmitts über die ersten Nachkriegswochen in Hagen und die Schilderung Otto v. Ordes über Erlebnisse seines Vaters mit befreiten Kriegsgefangenen; ein Plädoyer für Menschlichkeit in unmenschlicher Zeit.
Die hier präsentierten Beiträge spiegeln das "pralle Leben", den Bezug von gestern, heute und morgen wesentlich direkter, als so manch unterkühlte wissenschaftliche Darstellung. Dabei entspricht dem "So wie es eigentlich gewesen", welches die Berichte transportieren wollen, die Rückfrage "Ist es eigentlich so gewesen?" des Lesenden, denn Geschichtsverständnis beruht auf dem Dialog zwischen Autor und Lesendem - und spannende Dialogangebote werden hier gemacht.
Jochen Becker
Geschichte /Neuzeit 1914 - 1945/49 Hagen /Geschichte