Im vorliegenden Buch wird die Bedeutsamkeit der sozialen Identität für die Erklärung eines negativen sozialen Ereignisses untersucht, das einem Mitglied der Eigengruppe (Zielperson) widerfahren ist: Die Attribuierung der Arbeitslosigkeit der Zielperson wird durch die soziale Identifizierungsbereitschaft der attribuierenden Person mit ihrer Eigengruppe (Ingroup) vermittelt.
Dieser Zusammenhang wird anhand quasiexperimenteller Untersuchungen ausgehend von der Social Identity Theory von Tajfel und Turner aufgezeigt.
Erstmalig werden an verschiedenen Gruppen die Auswirkungen zweier Arten von Identifizierungsbereitschaft auf Attributionsvorgänge innerhalb der Gruppe untersucht: Die soziale Identifizierung mit der jeweiligen Eigengruppe und die wahrgenommene Prototypikalität der Zielperson. Die Ergebnisse zeigen, daß Mitglieder statusniedrigerer Gruppen unverbindliche Pech-Erklärungen, Mitglieder statushöherer Gruppen dagegen personenzentrierte, individualistische Erklärungen benutzen, um ihre positive soziale Identität zu wahren.
Ulrich Wiesmann
Arbeitslosigkeit Identifikation mit Gruppe Soziale Identität