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"Der provokatorische Titel hält, was er verspricht", schrieb Frank Kopenia vom Landesjugenddelegiertentag der EKHN 1992: "Eine genaue und detaillierte Auseinandersetzung mit den Problemen ehrenamtlicher Jugendlicher in den Gemeinden. Probleme und Lösungsansätze werden scharfsinnig und kritisch aufgezeigt,
zu dem in einer Weise, die Jugendliche anspricht. Das Buch sollte als kritische Anfrage auf allen kirchlichen Ebenen dienen." Und diese Funktion erfüllt das Buch auch noch heute. Kein anderes fordert so konsequent und logisch die Beteiligungsrechte
Jugendlicher in der Kirche ein. Der Autor schildert aus eigener Erfahrung den Aufbau von Jugendvertretungen sowie den Soll-Zustand der 24 Kirchenordnungen.
Er geht aber ebenso auf die konkrete Jugendarbeit in den Gemeinden ein. Eine interessante Fundgrube sind neben den Literaturzitaten, vor allem die Briefwechsel mit Kirchenleitungen und Landesjugendpfarrern.
Aus der Einleitung (Leseprobe)
"Die Diskussion, wie sich Jugend in der Kirche einbringen kann und soll, ist wohl so alt wie die Jugendarbeit selbst. Und es ist ermüdend, theoretische Entwürfe und Debatten zu verfolgen, die jeweils in ihrer Gesamtheit einen hochtrabenden Namen bekommen, die Funktionäre beschäftigen und verstaubte Gremien ins Licht rücken, Synoden befriedigen, Entwicklungen vortäuschen, manch einen 'Insider' von der Basis schmunzeln lassen und nur einen Nachteil haben: die praktische Jugendarbeit vor Ort
kaum tangieren. (.) Jugendliche müssen sich eigene Strukturen in den Gemeinden schaffen, z.b. eine demokratische Jugendvertretung. (.) Unsere Gemeinden brauchen
einen Pluralismus, in dem Jugendarbeit und andere Aufgabenfelder gleichberechtigt und selbstbestimmt nebeneinander bestehen können. Wir alle sind nicht Herde irdischer
Hirten oder ihrer Schäferhunde, wir alle sind die Kirche!"
Timo Rieg