Macht und Gier, Geld und üble Mauscheleien im Sumpf der Politik.
In seinem spannenden fiktiv-realistischen Roman beschreibt Beckenbach eine ganz und gar nicht beschauliche Episode aus der Bonner Republik in der Zeit vor der Kohl-Kanzlerschaft. Im Brennpunkt des Geschehens steht die „PCD“, die „Partei Christlicher Deutscher“, bei der das „C“ längst zum bedeutungslosen Buchstaben verkommen ist.
Die Selbstbedienungsmentalität der Parteispitze gipfelt in einer Spendenaffäre, die zahlreiche Kollateralschäden nach sich zieht.
Merkwürdige Seilschaften, verschwundene Gelder, schmutzige Methoden – Beckenbach lässt nichts aus und seine Protagonisten im Zwielicht übler Machenschaften agieren – bis zum bitteren Ende.
Und doch ist dieser Roman nicht lediglich ein Abgesang auf ein korruptes Parteiensystem, er zeigt auch den stabilisierenden Wert aufrichtiger Zuneigung und Freundschaft.
Claus Beckenbach
Christliche Partei Schweiz Spendenaffäre
Wochenblatt Frankenthal, 16. Mai 2012Wenn das Netzwerk in die Sackgasse führtBUCH: Claus Beckenbach mit Polit-RomanGute Beziehungen sind beruflich wichtig, ein funktionierendes Netzwerk ist oft Basis für Erfolg. Das gilt nicht nur in der Politik, sondern auch in der Wirtschaft. Wenn Akteure allerdings in Grauzonen agieren, gesetzliche Vorschriften großzügig auslegen oder gar bewusst umgehen, wird eine Erfolgsstory ganz schnell zur Skandalgeschichte.Jüngstes Beispiel: Das Scheitern des Bundespräsidenten. Der Heidelberger Claus Beckenbach erzählt eine spannende Geschichte über „Mammon, Macht & Mauscheleien“, der wertende Untertitel präzisiert das Thema: „Abgesang auf die skandalöse Spendenaffäre einer christlichen Partei“. Der Roman ist im Mannheimer Verlag Waldkirch erschienen. Und wer nun einen Roman mit erhobenem, moralischen Zeigefinger erwartet, kommt nicht ganz auf seine Kosten. Beckenbach, einst selbst Journalist in Bonn, beschreibt mit Carl Becker einen jungen, aufstrebenden Journalisten, der dem Ruf eines Agenturchefs folgt und in einer Karlsruher Agentur als rechte Hand des Chefs Gerd Voss anheuert.Die Agentur verdient ihr Geld als Dienstleister in der politischen Werbung, vorwiegend für die fiktive „PCD“, die „Partei Christlicher Deutscher“. Man kennt sich, teilt das politische Wertesystem und stützt sich, wenn möglich und nötig. Der Handschlag und das gegebene Wort sind Geschäftsgrundlage in einer „Ehrenwort“-Welt. DochGeldnot der PCD nach einer verlorenen Wahl entzieht dem Wertesystem die Grundlage. Aus dem gut funktionierenden Netzwerk wird schnell eine Seilschaft, die Skrupel achtlos beiseite schiebt, und mit üblen Machenschaften Geld in die christliche Parteikasse spülen möchte. Doch das Ganze fliegt auf, weil ein Staatsanwalt unbeirrt seinen Job macht. Das Vertrauen des jungen Carl Becker und seines Chefs Gerd Voss werden nachhaltig erschüttert, sie ziehen den Kürzeren. Beckenbachs Roman ist auch deshalb lesenswert,weil er die Charaktere mit vielen menschlichen Details beschreibt.Doch die beiden Geschäftspartner und Freunde, Becker und Voss, müssen erkennen, dass sie gutgläubig im Spiel um wirtschaftlichen Erfolg auf dubiose PCD-Politiker gesetzt haben, die politischen Erfolg auch mit kriminellen Machenschaften sichern wollten. Eine Netzwerkarbeit, die nicht von Erfolg gekrönt war. (ua)Claus Beckenbach, Mammon Macht & Mauscheleien, Verlag Waldkirch, ISBN 978-3-927455-96-2, 22,90 Euro „Spendenskandale können der Demokratie das Kreuz brechen. Sachbücher, die das beklagen, gibt es schon zuhauf. Daher schreibt Claus Beckenbach einen Roman – es ist ein sachverständiger Roman, ein belletristisches Sachbuch, eine lohnende Lektüre.“Prof. Dr. Heribert Prantl, Süddeutsche Zeitung
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