Freise Vita Sancti Liudgeri

Vita Sancti Liudgeri

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Vollständige Faksimile-Ausgabe im Originalformat der Handschrift Ms. theol. lat. fol. 323 der Staatsbibliothek zu Berlin Preussischer Kulturbesitz

EUR 1,240,00

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Beschreibung

Der 742 in der Nähe von Utrecht geborene Friese Liudger war nach Willibrord und Bonifatius der dritte große Missionar Frieslands und Sachsens. Ausgebildet wurde er von den führenden Gelehrten der Zeit: vom Bonifatiusschüler Gregor, von Alkuin, dem späteren Leiter der Hofakademie Karls des Großen, und im Mutterkloster der Benediktiner Monte Cassino. 767 wurde Liudger in York zum Diakon, 777 in Köln zum Priester geweiht. Karl der Große ernannte ihn 792 zum Leiter der westsächsischen Mission. 793 errichtete Liudger in Mimigernaford ein Monasterium; 805 wurde er zum ersten Bischof von Münster geweiht. 799 gründete er das Benediktinerkloster Werden. Liudger starb am 26. März 809 in Billerbeck; der Leichnam wurde am 26. April 809 in Werden bestattet. Für die nächsten 80 Jahre war Werden das Eigenkloster seiner Verwandten, der Liudgeriden, die auch die Bischofsstühle von Münster und Halberstadt besetzten. Liudgers Leben wurde bereits im 9. Jahrhundert dreimal schriftlich fixiert. Sein Neffe Altfried schrieb 840/49 die erste Vita. Wenige Jahre später entstand in Werden eine für den Liudger-Kult besser geeignete, das Wirken Liudgers legendär ausmalende Neufassung. Um 875 folgte die Vita tertia. Aus der Vita secunda machten Werdener Mönche am Ende des 11. Jahrhunderts eine Prachthandschrift, in der 23 farbige Miniaturen das beispielhafte Leben und die Wunder Liudgers zeigen. Die Hervorhebung der Heiligkeit des Gründers sollte die ins Wanken geratene Macht des Klosters festigen. Die noch in der Tradition spätottonischer Buchmalerei stehende Handschrift gehört zu den frühesten erhaltenen illustrierten Heiligenleben. Ihr ungewöhnliches, oblonges Format resultiert aus den Elfenbeintafeln des Probianus-Diptychons, die für den Einband bzw. den Kasten bestimmt waren, in dem die Handschrift aufbewahrt wurde – und auch heute noch aufbewahrt wird. Im Kommentarband ist der mittellateinische Text neu ediert und erstmals vollständig ins Deutsche übersetzt. Er erschließt die kunsthistorische Bedeutung der Handschrift und stellt ihre landes-, kultur- und religionsgeschichtlichen Bezüge dar.
Limitierte Auflage von 450 numerierten Exemplaren

Autor*in

Eckhard Freise

Themen in »Vita Sancti Liudgeri«

Essen-Werden Handschrift Heiliger Münster Vita

Stimmen zu »Vita Sancti Liudgeri«

Um 1100 entstand in Werden in Anlehnung an eine um 850 zu datierende Urschrift die prachtvoll bebilderte Lebensbeschreibung des heiligen Liudger, desssen beispielhaftes Leben und die ihm zugeschriebenen Wundertaten die Abfassung einer Vita geradezu prädestinierten. Die Handschrift ist eine der ältesten erhaltenen Heiligenviten überhaupt. Die erzählfreudigen Miniaturen schildern getreu den Text und vermitteln die Bezüge zu christologischen, hagiographischen und alttestamentlichen Vorlagen. Stilistisch stehen sie in der Tradition spätottonischer Buchmalerei. Der bedenkliche Erhaltungszustand und die eindrückliche Wertschätzung der Handschrift erforderten seit langem die Herstellung eines Faksimiles und eines Kommentarbandes mit dem erstmals vollständig ins Deutsche übersetzten lateinischen Text. Aber nicht nur der Inhalt verdient Aufmerksamkeit, sondern auch die außergewöhnliche Bindetechnik: ein gut erhaltenes Exemplar romanischen Handwerks. Für das Faksimile wurde sie genauestens kopiert. So ermöglichte die besondere Heftung des äußerst hochformatigen schmalen Codex das leichte Öffnen an jeder Stelle. Nicht ohne Grund spricht man von der faszinierenden Ästhetik romanischer Einbandkunst, die man nun genau betrachten kann. UW, in: Erbe und Auftrag 69, 1993 Die um 1100 in Werden entstandene prachtvoll bebilderte Lebensbeschreibung des hl. Liudger ist eine der ältesten erhaltenen Heiligenviten überhaupt. Endlich liegt nun auch der wissenschaftliche Begleitband vor. Er enthält die kritische Edition des Vitatextes mit Übersetzung und Kommentar, die kodikologische Beschreibung der Handschrift und eine ikonologisch-ikonographische Untersuchung der Bilder. Abgerundet wird der Kommentar durch einige mit großer wissenschaftlicher Sorgfalt verfaßte Untersuchungen zur Geschichte der Abtei Werden und zur Verehrung des hl. Liudger. TH, in: Erbe und Auftrag 75, 1999
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Details

ISBN: 9783927085978
Verlag: Aschendorff
Erscheinung: 31.07.1993

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