Wolfgang A Harder Harder Im Gefälle der Nacht

Im Gefälle der Nacht

von Wolfgang A Harder

Gedichte, Kompositionen

EUR 20,00

Buch in deiner Nähe kaufen


...oder deine aktuelle Postleitzahl eingeben:
oder

Beschreibung

Lyrik kann und darf sehr einfach, darf und kann aber auch kompliziert sein. Gute Lyrik ist beides zugleich. Man lese, besser man höre diese Zeile: ".von dem Schweregrad meiner Schreckhändigkeit betroffen. Nun, manch einer weiß zwar, daß er zwei linke Hände hat; aber nur wenige können es, ohne verlegen zu werden, mit Abstand und Offenheit formulieren. Vermutlich steht der Autor, der dies in die Reihe brachte, ein bißchen schräg im Wind der Zeitgeschichte. Gerade deshalb gelingen ihm Gedichte: Wolfgang Andreas Harder. So zum Beispiel bringt er, stark reflektiert, Metaphern darüber ins Wort, wie er Städte erlebt: "Eine Stadt / so zertreten wie jede andere. / Jahrhunderte in Weiß / Grau und anderen Nichtfarben / waren auf dem Pflaster geblieben, / verstummt, verblaßt, verendet. / Nur Rot floß jederzeit reichlich. " Der Titel lautet (so, als wolle Harder das, was er sagt, gleich schon wieder zurücknehmen): "Stereotyp einer Stadt." Man mag sich Berlin vorstellen, Hamburg, Frankfurt am Main, Köln oder auch Dresden, Frankfurt an der Oder vielleicht. Jeder mag sich daran halten, was ihm in der Erinnerung vor Augen kommt. Daß die Zeile "Nur Rot floß jederzeit reichlich" sich auf so etwas wie deutsche Vergangenheit bezieht, mindestens beziehen läßt, erscheint (mir) einleuchtend. Deutlicher noch ist Harders "Beschreibung" des Kölner Doms: "Schwarzgereift / in den verschlagenen Wettern / des Krieges / umringt vom Gezeter der / plärrenden Hymen / verfallen dem Gift / der falschen Gebete." – „Windsäume“, so heißt es andernorts, "öffnen / die Mäntel der Nacht." Und - wiederum in einem anderen Gedicht -: "Lege den Arm / um meine Hilflosigkeit / und umschließe die Schatten / die mich begleiten.“ Der Name Harder ist bekannt; durch Natalie Harder, mehrfach in dieser Zeitung mit Poesie und Bildern vorgestellt. Hiermit nun also der Bruder, geboren 1936 in Neuruppin, aufgewachsen in Fehrbellin und Berlin; er studierte Theologie, dann Medizin. Wörtlich zitiert. sei: "Der promovierte Facharzt für Neurologie und Psychiatrie ist seit 1987 Leiter des Sozialpsychologischen Dienstes des Gesundheitsamtes der Stadt Wuppertal." Aha, könnte man denken, ein Psychiater, der sich da nun eigener Probleme seines Fachs "entäußert“? Genau das scheint mir aber nicht der Fall zu sein. Wolfgang Andreas Harder ist doch wohl ein Lyriker, der darüber hinaus blickt. In Lothar Klünner als poeta doctus be- und gerühmt, einer, der einem anderen nicht so flugs ein Vorwort gönnt, bemerkte eine "ganz persönliche Bildsprache, die – und das ist das poetische Mirakel –ins Überpersönliche ragt". Der Band ist ausgestattet mit Collagen von Irene Wedell; wichtiger womöglich sind die Kompositionen auf Harder-Texte von Johann Gottlob von Wrochem. Seine Notenbilder aber bestätigen die reflektierten Sprachbilder Harders und die sind in ganz eigener Weise kompetent. Jürgen Beckelmann
Die Gedichte: "Kölner Dom", "Ende des Sommers", "Herbst I", "Hinter dem Haus", "Endwunsch" sind vertont für Sopran und Cello. Die Partituren der Kompositionen sind enthalten.

Autor*in

Wolfgang A Harder

Themen in »Im Gefälle der Nacht«

Cello Collage Gedicht Gedichtvertonung Komposition Sopran

Stimmen zu »Im Gefälle der Nacht«

Die Gedichte von Wolfgang Andreas Harder sind Sonden; sie dienen der Aufklärung in einem Bereich, der sich der Ausleuchtung sonst entzieht, ja dem Zugriff des diskursiven Denkens überhaupt, und der nur durch den nahezu paradoxen Versuch, das Dunkel sprachlich abzutasten, abzuhören, abzutupfen, dem Formulierbaren angenähert werden kann: langage direct einer äußerst scheuen und reizbaren Subjektivität, ganz persönliche Bildsprache, die - und das ist das poetische Mirakel - ins Überpersönliche ragt. Nur so, als Wort des Ursprungs, weiß das Gedicht uns heimzuleuchten, entfaltet unbekümmert und spielerisch seine Heilkraft.Lothar Klünner
()

Details

ISBN: 9783926677136
Verlag: APHAIA Verlag GmbH
Erscheinung: 1991

Link teilen


Über buchnah.de | Die Buchhandlungen | Die Verlage | Impressum & Kontakt | Datenschutz | Presse


Auf dieser Seite kannst Du Buchhandlungen in der Nähe finden