EIN BLICK auf die Karte zeigt es, das Mittelmeer wird vom Festland umschlossen. Nur drei schmale Tore verbinden es mit den anliegenden Meeren und Kontinenten. Eines der Tore sind die Dardanellen. Als westliche Einfahrt in das Marmara-Meer stellen sie das Gegenstück zum Bosporus dar, der die Schwarzmeer-Zufahrt bildet. Die Dardanellen ähneln einem natürlichen Kanal, der gut 60 km mißt.
Umkämpft wurden die Dardanellen seit der Antike. Im Jahre 405 vdZ entschieden die Spartaner hier durch ihren Seesieg über die Flotte Athens den Peloponnesischen Krieg. In den folgenden Jahrhunderten verlagerte sich die strategische Bedeutung über die Rivalität zwischen Venedig und der Türkei hin zu einer Grundsatzfrage für die europäischen Großmächte.
Die vorliegende militärhistorische Studie untersucht die strategische Bedeutung der Dardanellen im Ersten Weltkrieg. Sie ist die bislang erste Untersuchung dieser Art.
Quellenmäßig stützt sie sich in erster Linie auf die hinterlassenen Werke der verantwortlichen Befehlshaber beider Seiten der Dardanellenfront und auf amtliches Material.
Die Kontrahenten werden einander gegenübergestellt, es folgt eine Analyse ihrer Ausrüstung und der Versorgungslage. Danach werden die Entscheidungsschlachten des Frühjahrs 1915 geschildert. Eine amphibische Operation dieses Ausmaßes war ein Novum. Die technische Seite der Landung wird deshalb detailliert untersucht. Ebenso werden alle militärischen Aspekte ausführlich diskutiert.
Ergänzt wird die Studie durch Spezialkarten, Übersichten der militärischen Stärke aller Parteien, die Wiedergabe von Schlüsselquellen, umfangreiche Anmerkungen und ein ausführliches Literaturverzeichnis.
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Alexander Bolz