Alexej A. Wengerow Sergej A. Wengerow Wengerow Es war einmal ein Zarenreich ...

Es war einmal ein Zarenreich ...

von Alexej A. Wengerow Sergej A. Wengerow

Bibliochronik 1550-1975

EUR 90,00

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Beschreibung

Die mit über 800 farbigen Abbildungen aus 186 Titeln reich illustrierte Moskauer Buchsammlung ›ALEXEJ & SERGEJ WENGEROW‹ enthält neben Russischem auch viel Europäisches. Dies zeigte 2004 ihr seitdem mehrfach preisgekröntes Buch »Es war einmal ein Zarenreich... Bibliochronik 1550-1975«. Auf dem antiquarischen russischen Büchermarkt hat es als erster Band der heute (2020) auf über 12 Bände angewachsenen Reihe "Bibliochronika" längst Kultstatus erreicht, wovon sich jeder Russischkundige auf der russischen Internetseite www.raruss.ru leicht überzeugen kann. Die mit Hilfe der Prokhorov Foundatioan "Transript" realisierte deutsche Ausgabe macht deutlich, was der »Welt von gestern« (STEFAN ZWEIG) noch als selbstverständlich galt: die Gemeinsamkeit der ost- und westeuropäischen Buchkultur. Selbst die schwärzesten Schatten der Geschichte des 20. Jahrhunderts haben diese gemeinsame ›Urheberschaft‹ nie zur Gänze auszurotten vermocht. Der unausgesprochene ›Held‹ dieses Buches aber ist der beharrlich am kulturellen Erbe seiner Väter und Vorväter festhaltende private Sammler, der mit viel Geschick allen Widrigkeiten der Zeitläufte zum Trotz das in seinen Augen Bewahrenswerte für die Mit- und Nachwelt unter seinen persönlichen Schutz nimmt. Im idealen Fall, und dieser scheint hier vorzuliegen, weist die Geschichte dieser privaten Sammlung weit über sich hinaus in die allgemeine Geschichte der Menschheit, den Dialog der Kulturen. Die kenntnisreich von Fachgelehrten erzählten Schicksale der 186 einzelnen Sammlerstücke ergeben in der Summe eine sehr menschliche, sehr konkrete Sicht auf Gewesenes und Gedachtes. Selbst der hartnäckigste Anhänger institutionalisierter, d.h. zumeist verstaatlichter, Kultur wird sich dem besonderen ästhetisch-sinnlichen Reiz des hier Dargebotenen kaum entziehen können. Die Verfasser der Chronik sind nach eigener Aussage bestrebt gewesen, den Bericht über die Bücher, ihre Autoren, Verleger, Buchbinder und Besitzer in den Kontext der russisch-europäischen Geschichte zu stellen. In chronologischer Reihenfolge angeordnet — angefangen mit dem ersten genau datierten Druck eines russischen Buches, dem »Apostel«, (1564) bis hin zu Büchern aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts – , berichtet die Chronik nicht nur von konkreten seltenen Exemplaren, die in bibliophilem Zustand erhalten sind, sondern sie vermittelt auch eine eigene Version der Geschichte Russlands, indem sie diese durch das Prisma der ›Geschichten der Bücher‹ gesehen darstellt. Anfang der 1990er Jahre kehrte die europäische Staatenwelt wieder zu den Grundsätzen eines freizügigen geistigen Austauschs ihrer Bürger zurück. Jetzt, nachdem ein Vierteljahrhundert vergangen ist, zeigt sich, dass in dieser Zeit einer zunehmenden – auch informationellen – Verdichtung des gesamteuropäischen antiquarischen Büchermarktes, der Präsenz dieses Marktes im weltweiten Internet, originale Meisterwerke der russischen Buchkunst nach Russland ›heimgekehrt‹ sind: Erstausgaben, Bücher mit Autographen, »Rossica«. Der russische Sammlerenthusiast stellt daher zu Recht fest, dass viele in die Chronik eingegangene Ausgaben allein deshalb bis in unsere Tage überlebt haben, weil sie sich einmal »in der Emigration« befunden haben. Der deutschen Ausgabe geht es aber auch um ein in Deutschland nahezu verloren geglaubtes Bildungsziel: Mit der aus profunder Kenntnis des Gegenstands hervorgegangenen Leichtigkeit der Darstellung und dem damit einhergehenden ästhetischenWohlgefallen das dramatisch abklingende Interesse am alten Buch neu zu beleben und somit dem »unwiderbringlichen Verlust kultureller Traditionen« (NAVID KERMANI) entgegen zu wirken. Dass – frei nach VLADIMIR VERNADSKY – dem entropischen Kältetod der Biosphäre zu begegnen jedoch am ehesten gelingt durch lebendige Anverwandlung des Vergangenen, ihre schöpferische Multiplikation, legen die 12 aktuellen Illustrationen der Frankfurter Künstlerin ANDREA SIMON nahe, die zusammen mit ihrem Umschlag der Chronik ein atemberaubendes zeitgenössisches Antlitz verliehen hat — im Mai 2016. Wer hierin eine paradoxale Konfrontation mit unseren vergangenen Gegenwärtigkeiten sehen möchte, dürfte der Intention der Chronik am nächsten kommen.

Autor*in

Alexej A. Wengerow
Einer der bekanntesten Bibliophilen Russlands, lebt in Moskau.

Themen in »Es war einmal ein Zarenreich ...«

Bibliochronik Bibliophilie Geschichte Russland

Stimmen zu »Es war einmal ein Zarenreich ...«

Details

ISBN: 9783926385796
Verlag: Bernd E. Scholz
Erscheinung: 08.2016

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