Der französische Wagnerspezialist Alfred Ernst (1860-1898) übersetzte erstmals "der reine Tor" mit "le chaste fol", damit die Sequenz As-D-G-B auch auf Französisch getreu singbar ist, und die Mundöffnung der deutschen Prosodie entspricht. Der junge Pierre und sein Freund Jo sind eigentlich beide Facetten des Parsifals: Der erste ist ein Tor, der zweite rein. Letzterem wird das Gleiche zustoßen wie Wagners Amfortas, nämlich eine Wunde, die nicht schließt. Anstelle des Grals wird Pierre dank eines geheimnisvollen Anglers einen Glauben entdecken, der heilende Kräfte besitzt. Welche Rolle spielt hier Viviane, eine zeitgenössische Kundry? In dieser initiatorischen Fiktion, die nach dem Muster Kinder-ich/Eltern-ich/Erwachsenen-ich („im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes“) konzipiert wurde, sind einige Parsifal-Zitate anzutreffen.
Ernest Poli
Ernest Poli als Pseudonym für Vincent Lepalestel
Chrétien de Troyes' bzw. Richard Wagners Held Perceval / Parsifal lebt nunmehr im 20. Jh. und heißt Pierre Quévaux Der reine Tor heißt auf Französisch Le chaste Fol Durch Mitleid wissend, der reine Tor