Es gibt wohl kein anderes Werk der ägyptischen Literatur, daß so detailliert und heiter den Alltag in einem ägyptischen Dorf in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beschreibt. 'Das Buch, 1945 entstanden, erzählt im Rückblick das Leben eines Knaben auf dem Lande, mit allen Freuden und Ängsten, die ein Kind in seinen ersten Lebensjahren erlebt: Der erste Schultag, unliebsame Lehrer, Kinderstreiche, Angst vor Geistern und Dämonen und die ersten Ahnungen von den Problemen der Erwachsenenwelt … 'Kindheit auf dem Lande' entstammt einer Lebensphase von Sayyid Qutb, in der er sich als Literaturkritiker hervorgetan hat. Parallelen zur bahnbrechenden Autobiographie Taha Hussains sind unverkennbar. Pikanterweise wurde dieser wegen seiner aufklärerischen und liberalen Ansichten von den Muslimbrüdern, deren Chefideologe Qutb später war, aufs Entschiedenste bekämpft. Seine politisch-programmatischen Schriften sind heutzutage in der islamischen Welt weit verbreitet.', so die Beschreibung von Mona Naggar.
Sayyid Qutb
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' … › Kindheit auf dem Lande‹ beschreibt Qutbs Jugend. Gerade weil er von einer normalen Jugend erzählt, ist der autobiographische Roman interessant. Qutb war eben kein armer, gebeutelter Underdog; nicht aus Rache gegen die eigene gesellschaftliche Benachteiligung wurde er zum Radikalen. Einfühlsam beschreibt Qutb das ägyptische Landleben. Ab und an klingen auch Themen an, für die er später den politischen Kampf aufnahm: Ausbeutung der Bauern, Willkür der Soldaten. (…) Die Geschichte dieser [der] Jugend dieses Islamisten ist schön zu lesen; sie liefert dem deutschen Publikum auch Informationen über einen Denker, der das Weltgeschehen noch heute bestimmt.' (Süddeutsche Zeitung, 23.3.1998)'Kaum einer seiner Anhänger kennt die andere Seite von Qutb: seine Begeisterung für Literatur oder seine Fähigkeit, Geschichten zu erzählen vom Leben auf dem Dorf.' (NZZ 24.12.1998)'Bereits 1946 veröffentlichte Qutb seine Autobiographie, die detailliert und heiter den Alltag in einem ägyptischen Dorf Anfang des Jahrhundert widerspiegelt.' (Der Tagesspiegel, 18.11.1997)'Immer wieder gelingt es Qutb deutliche Bilder seines Dorfes in der Nähe von Assiut am mittleren Nil heraufzubeschwörnen: das harte Leben der Saisonarbeiter, deren Ausbeutung ihn empört, den Konflikt zwischen Koran- und staatlicher Schule, in dem er begeistert für die moderne Variante optiert, die angst vor Ifrits und Dschinns, der örtlichen Geisterpolpulation.' (Neues Deutschland, 27.11.1997)'Ein sehr empfehlenswertes Buch.' (Moslemische Revue, Januar-März 1998)
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