Uwe Nettelbeck war nie dort und sein Held Maurice Wilson konnte nicht klettern. Aus dieser literarischen Begegnung ist ein monumentales Porträt entstanden, des höchsten Berges der Welt und vor allem jener, die es nicht geschafft haben, ihn zu bezwingen. Edmund Hillary und Tenzing Norgays Erstbesteigung 1953 bleibt hier eine Randnotiz, Maurice Wilsons tollkühne Reise in den zwanziger Jahren von England in seiner Motte Ever Wrest im Flug über das Ligurische Meer nach Afrika, über Saudi-Arabien nach Indien, von Darjeeling als Mönch verkleidet zu Fuß quer durch Tibet zu den Gletschern des Everest, von seiner ersten Bruchlandung in einer britischen Hecke bis zu seinem letzten Aufbruch Richtung Gipfel („off again, gorgeous day“) hingegen das zentrale Abenteuer. Uwe Nettelbeck erzählt von der Entdeckung des Mount Everest durch die Briten 1852 bis zum Fund von George Mallorys vereister Leiche 75 Jahre nach dessen Tod, von größenwahnsinnigen Unterfangen und grausigem Scheitern in einem schillernden Montageroman, von Nettelbeck bis Montaigne, Wilson bis Mallory, Krakauer bis King.
Uwe Nettelbeck
Uwe Nettelbeck war ein deutscher Journalist, Musikproduzent und Autor. Berühmt und berüchtigt wurde er Anfang der sechziger Jahre als Filmkritiker und Gerichtsreporter für DIE ZEIT, danach war er zeitweise Redakteur bei „konkret“ und produzierte in den frühen siebziger Jahren die Band Faust. Ab 1976 edierte er die Zeitschrift DIE REPUBLIK, schrieb die eine oder andere Filmkritik und veröffentlichte mehrere Bücher im eigenen Verlag.
Mount Everest Maurice Wilson Montageroman