Vom kommenden Sieg der Demokratie | Thomas Mann als Lecturer in den USA: Politische Aufsätze und Reden | 250 Jahre USA
»Lecturing ist eine rein amerikanische Beschäftigung. Nirgendwo auf der Welt ist das ein anerkannter Beruf. Ich kenne kein anderes Land, in dem man sein Leben damit verbringen und seinen Unterhalt dadurch verdienen kann, daß man herumreist und Reden hält.« — Erika Mann
»Unsere Zeit hat das eigentümlich verdrehte Phänomen zustandegebracht, daß eine Massenversammlung armer Schlucker im Geiste voll krankhaften Entzückens der Abschaffung der Menschenrechte zujubelte, die jemand von der Tribüne herab durch den Lautsprecher verkündete.« — Thomas Mann, Achtung, Europa!
Thomas Mann galt in den USA als große Attraktion, über 40000 Menschen hörten im Frühjahr 1938 seine feinsinnigen politischen Reden, mit denen er den Faschismus seiner Zeit enttarnte und verurteilte und sein Publikum aufforderte, die Demokratie zu verteidigen, aber auch für deren soziale Erneuerung eintrat. Mann, der im Mai 1938 die US-Staatsbürgerschaft beantragt hatte und im Sommer 1938 in die USA übergesiedelt war, war ein entschlossener Gegner der neuen Verhältnisse in Deutschland und Europa ― und kehrte nach 1945 nicht nach Deutschland zurück.
Einleitung: Thomas Mann als Lecturer in den USA / Vom kommenden Sieg der Demokratie / Das Problem der Freiheit / Deutschland und die Deutschen / Nietzsches Philosophie im Lichte unserer Erfahrung / Meine Zeit / Achtung, Europa! / Dieser Friede.
Thomas Mann
Paul Thomas Mann, geboren 1875 in Lübeck, ist einer der herausragendsten Erzähler des 20. Jahrhunderts. Mann wuchs in großbürgerlichen Verhältnissen auf, sein Vater Thomas Johann Heinrich Mann war Kaufmann, Reeder, Konsul und Senator, seine Mutter Julia da Silva-Bruns war die Tochter eines nach Brasilien ausgewanderten Kaufmanns. Bekannt wurde er vor allem durch die Romane ›Buddenbrooks‹ (1901) und ›Der Zauberberg‹ (1924). 1929 wurde er mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Mann emigrierte 1933 und lebte in der Schweiz und den USA. Er starb 1955 in Zürich.
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