Weinrich Boris Boris Selbstbildveränderung,

Selbstbildveränderung, "Community Factor“ und transgenerationale Traumata

von Weinrich Boris

Die Wirkung von Wissenschaft, Judikative und Exekutive auf Sinti, Roma und Jenische

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Beschreibung

Die in Deutschland lebenden sozialen Gruppen und Minderheiten der Sinti, Roma und Jenischen sind einer insgesamt 600-jährigen Tradition von ordnungspolitischer Verfolgung und Sondermaßnahmen unterworfen, die über die Entstehung legislativer, judikativer und insbesondere exekutiver Strukturen zurückreichen. Die 544-seitige umfassende ethnopsychologische Dissertationsschrift mit 17 Tabellen, 19 Abbildungen, 21 Personennachweisen und 23 exklusiven handgefertigten Illustrationen wurde durch den psychologischen Anthropologen mit dem Fachgebiet Ethnopsychologie Prof. Dr. Hannes Stubbe und dem Kulturpsychologen und Morphologen Prof. Dr. Fitzek betreut. Sie setzt zunächst die 3 Gruppen der Sinti, Roma und Jenischen historisch mit ihren kulturellen Bezügen in Beziehung zur Mehrheitsgesellschaft und zeichnet die Entstehung der staatlichen Verfolgungsmaßnahmen nach, um im empirischen Teil methodisch in 31 qualitativen Interviews und der tiefenpsychologischen Methode des »Structured Depth Interview« durch Einnahme einer emischen Perspektive der Frage nachzugehen, inwieweit die anhaltende Diskriminierung, Segregation, Stereotypbildung und Fremdbild die Belastung in den unterschiedlichen zentralen Lebensbereichen erhöht und die Weitergabe transgenerationale Traumata begünstigt hat. Die seit mehr als 600 Jahren in Deutschland lebenden Sinti und die Gruppe der Jenischen, die nicht in Deutschland sondern nur der Schweiz als nationale Minderheit anerkannt ist, blicken auf eine bis ins Spätmittelalter zurückreichende wechselseitige Kulturgeschichte im Kontakt zur Mehrheitsgesellschaft zurück. Die deutsche nationale Minderheit der Roma migrierte überwiegend mit Gründung des Deutschen Reiches, ist seit über 200 Jahren in Deutschland heimisch und unterliegt ebenso wie die beiden anderen Gruppen stetiger Verfolgung und Diskriminierung. Zusätzlich wurden die mit Beginn der 60er Jahre als Gast Arbeiter eingewanderten Roma und die später mit dem Jugoslawien Krieg eingewanderten Flüchtlinge einbezogen. Möglich wurde die anhaltende Diskriminierung in Deutschland durch NS-belastetes Personal in Wissenschaft, Judikative, Exekutive und Legislative, die eine Anerkennung des Genozids, des sog. »Porajmos« verzögerte, wie auch die Anerkennung als NS-Verfolgte. Damit blieben Entschädigungen für die Verfolgung aus und die Betroffenen wurden durch die damit verbundenen Entschädigungsprozesse zusätzlich zur Enteignung und Verfolgung erneut traumatisiert wurden. Die Verfolgung der 3 Gruppen mit Mitteln der Sondererfassung und Sondergesetzgebung hat so durch einen stetigen Belastungsdruck die Entstehung und Fortführung von kollektiven Traumata verursacht und deren transgenerationalen Weitergabe, die in ihrer Gesamtwirkung bisher in der Psychologie keine Würdigung fanden. Die bisher einzige psychologische retrospektive Studie dieser Art bezog alle 3 betroffenen Zielgruppen in die Interviewdurchführung und -auswertung ein sowie zusätzlich eine Expertengruppe der Minderheit und der Mehrheitsgesellschaft. Das Ziel der Auswertung dieser verstehenden Methodik lag in der Aufdeckung der bewussten und insbesondere der unbewussten Wirkmechanismen. Die Ergebnisse, die sich in den Zitationen und Interviewbeschreibungen nachvollziehen lassen, zeigen eine deutliche Übereinstimmung der Ergebnislage zu Vorurteilen, Trauma verstärkenden Belastungen, aber auch Unterschiede zu den spezifischen Umständen der Weitergabe und den Trauma fördernden Reizkonstellationen. Begleitet wurde das ausführliche methodische Vorgehen durch Einsatz psychometrischer Testverfahren zur Messung von Traumafolgen, dem Essener Traumainventar (ETI) und der allgemeine Skala zur Selbstwirksamkeitserwartung (SWE) – als einem bedeutenden Resilienzfaktor – begleitet.

Autor*in

Weinrich Boris

Themen in »Selbstbildveränderung, "Community Factor“ und transgenerationale Traumata«

Transgenerationale Traumata, Sinti, Roma, Polizei, racial profiling, Hermann Arnold, Robert ritter Selbstbild Interview

Stimmen zu »Selbstbildveränderung, "Community Factor“ und transgenerationale Traumata«

Details

ISBN: 9783911530002
Verlag: TOSS PUBLISHING
Erscheinung: 14.09.2024

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