Superhelden sind längst mehr als nur Unterhaltung - sie sind zu machtvollen Symbolen unserer Zeit geworden, die gesellschaftliche Werte vermitteln und politische Diskurse prägen. Peter Vignold untersucht das Marvel Cinematic Universe als Spiegel der amerikanischen Gesellschaft und Politik der letzten zwei Jahrzehnte. Von Iron Mans erstem Auftritt 2008 bis zu den jüngsten Entwicklungen nach der Infinity-Saga zeichnet er in diesem Buch nach, wie das Marvel Cinematic Unicerse (MCU) auf historische Wendepunkte reagierte: von den Nachwirkungen des 11. September über die Finanzkrise bis hin zur Trump-Ära, Captain America verkörpert dabei den klassischen amerikanischen Nationalismus, während Iron Man sowohl den kapitalistischen Traum als auch dessen Schattenseiten repräsentiert. Besonders deutlich wird dies in der Auseinandersetzung mit Tech-Oligarchen in Avengers: Age of Ultron oder der düsteren Reflexion gesellschaftlicher Spaltung in Avengers: Infinity War und Avengers: Endgame. Vignold zeigt auf, wie Superhelden-Narrative komplexe politische Botschaften transportieren und dabei sowohl progressive als auch konservative Ideologien bedienen können und bietet dabei Einblicke in die Verbindung von Entertainment und Politik.
Peter Vignold
Peter Vignold ist Medienkulturwissenschaftler, Filmhistoriker, Dozent und Mitherausgeber des interdisziplinären Journals kultur & geschlecht. Er hat zahlreiche journalistische und wissenschaftliche Texte über Film publiziert, darunter zwei Bücher über das Marvel Cinematic Universe (2017 und 2023). Er moderiert das Kommunale Kino des vhs Bochum und lehrt derzeit an der Universität Duisburg-Essen.
Marvel Avengers Iron Man Captain America MCU