Frankreich 1870. Dr. Hans Marung dient als Regimentsarzt im Deutsch-Französischen Krieg. Bei einem Rückzugsgefecht wird er von sieben Kugeln getroffen. Er ringt Wochen mit dem Tod, aber ärztliche Kunst, seine Konstitution und sein eiserner Wille lassen ihn überleben. Doch wer ist dieser Hans Marung, der schwer gezeichnet nach Hamburg zurückkehrt? Seine rechte Hand schmerzt fortwährend und droht, steif zu werden. Eine undenkbare Tatsache für den begnadeten Operateur. Die durchlebten Qualen an der Front rauben ihm zudem die innere Ruhe und dulden keinen erholsamen Schlaf. Nur Morphium kann Körper und Geist besänftigen. Aber Marung kennt die Gefahr der Abhängigkeit und lehnt eine Weiterbehandlung mit dem dämonischen Gift ab.
Seine Gesundung macht erst Fortschritte, als er durch die Vermittlung eines Freundes in das gastliche Haus der Hamburger Familie Vermähren kommt. Er verliebt sich in das Mündel des Hauses. Diese Liebe richtet ihn auf. Er will gesund werden, will funktionieren, muss funktionieren, um jeden Preis, auch den des eigenen Lebens -
Sophie Kloerss
Geboren 1866 in Hamburg/ Wandsbek als 5. Kind des Großkaufmanns Keller. Bereits im 6. Lebensjahr Vollweise. Aufgewachsen bei verschiedenen Familienmitgliedern in diversen Orten Norddeutschlands. Sie lebte mit Mann und Kindern von 1903 bis 1927 in Schwerin, wo sie den überwiegenden Teil ihres schriftstellerischen Werkes schuf. Sie fand 1927 ihre letzte Ruhe in einem Familiengrab auf dem Alten Friedhof in Schwerin.
Krieg, Verwundung, Schmerzen Sucht, Rauschgift, Abhängigkeit, Mediziner Gesellschaft, Kaufleute, Hamburg, Rostock