psst ... das ist die ganz persönliche Sammlung von zum Teil noch unveröffentlichten Texten und Gedichten von Roland Reber, dem »begnadeten Poeten« (Gordon Weaver, Academy, Hollywood) und »lustvollen Agent Provocateur« (SZ).
Sie handeln von Liebe und der ewigen Suche nach ihr, von Heimat, Glück, Verlust und kleinen Revolutionen, aber auch von Tranquilizern und Träumen und der Hoffnung auf eine Welt, in der die Grenzen sozialer und kultureller Schranken in unseren Köpfen überwunden werden können.
»in die leeren gesichter
würde ich gerne leben malen
in die leeren herzen
eine empfindung pflanzen
und in die leeren seelen
einen hauch blasen«
psst ... ist aber auch ein außergewöhnliches Hörerlebnis.
Die liebevoll restaurierten Audioaufnahmen aus vier Jahrzehnten zeigen den Poeten und Schauspieler Reber in Höchstform: komisch, leidenschaftlich, verletzlich - und dabei erstaunlich aktuell. Neben Original- Interviews von Roland Reber werden die biografischen Einleitungstexte und noch viele weitere Gedichte und Texte von Reber von den Schauspielerinnen und Autorinnen des wtp-Kollektivs Mira Gittner und Antje Nikola Mönning gelesen.
»und wenn der tag der tage kommt
wo alle tage schließen
dann werd ich sie mit meinem traum
in einen keller schließen
das ist und davor zittern sie
der letzte sieg der fantasie«
Das biografisch anmutende Buch selbst besticht durch eine einzigartige Collage von Fotos, Texten, Faksimiles und sogar Verbindungen zu Tonaufnahmen (z.B. https://wtpfilm.com/haette). Der verlinkte gesprochene Text, den ich recht zufällig auswählte, traf mich wie ein Hammerschlag. Er sprach genau das aus, was ich gerade dachte, denn ich werde zu Rolands Grab nicht reisen können. Ja, dieses Buch weckt ohne Frage sofort Emotionen und es wird damit dem Anspruch gerecht, den Roland grundsätzlich an sein Wirken hatte, nämlich damit zu bewegen. Das gelang ihm stets gut und es gelingt ihm noch immer. So geht Unsterblichkeit.
Das Buch gewährt viele intime, private und besonders pittoreske Einblicke in das Leben und Wirken eines kompromisslos kreativen Geistes, der uns über seinen physischen Tod hinaus noch so viel zu sagen hat. Diese literarische Zeitreise ist eines der Werke, die man nicht mal eben durchliest und dann ins Regal stellt wie ein triviales Unterhaltungswerk. Ich werde es in meiner Küche auf der Eckbank liegen haben, um immer mal wieder morgens beim Kaffee zu versuchen, mit der Lesebrille einige der handschriftlichen Notizen zu entziffern, die dieses Buch zu einem Erlebnis machen.
https://www.clayton-husker.de/index.php?view=article&id=56:brothers-in-arts&catid=2
Roland Reber
Roland Reber (*1954 - †2022) war Zeit seines Lebens Schriftsteller, Schauspieler und Regisseur, ein Rebell, ein Träumer und Phantast – ein »begnadeter Poet« (Gordon Weaver, Academy/Hollywood) und »lustvoller Agent Provocateur« (Süddeutsche Zeitung).
Reber begann schon in jungen Jahren mit dem Schreiben von Gedichten, Essays und Theaterstücken. Nach der Schauspielschule Bochum spielte und inszenierte er u. a. in Bochum, Essen, Düsseldorf, Lünen (Theaterpathologisches Institut), in Neu-Delhi/Indien oder in Kingston/Jamaika (Welt Theater Projekt), bevor er sich in den 2000ern ganz dem Schreiben und der Regie von Spielfilmen, gemeinsam mit dem wtp-kollektiv, widmete.
Nach einem Schlaganfall 2015 zog sich Reber immer mehr aus der Öffentlichkeit zurück, blieb aber bis zu seinem letzten Atemzug kreativ mit Spielfilmproduktionen und Buchprojekten wie psst ... (2022), Das Buch des Löwen (2023) oder dem Mystery-Roman Die 7 Orte (2024). Die Veröffentlichung seiner letzten Werke wird er nicht mehr erleben, Reber starb 2022 einen Tag vor Drucklegung seines multimedialen Buches psst ... Gedichte. Gedanken. Geschichten, seinem persönlichsten Werk, einer Art Quintessenz seines künstlerischen Schaffens.
Seine Worte und Ideen leben weiter.
»Ich möchte in meinem Leben den Eindruck haben, ich habe gelebt. Ich habe den Teil erfüllt, den ich erfüllen konnte. Ich glaube nicht, dass ich in diesem Leben noch erlebe, dass die Revolution des Geistes stattfindet, dazu hat die Dummheit schon viel zu sehr gesiegt. Aber es wird sie irgendwann geben. Und in dieser Gewissheit kann ich beruhigt auch gehen, dann.« (Roland Reber, 1982)
Film Essays Theater Gegenwartsliteratur Gedichte Kurzgeschichten Gesellschaft Kultur
Das Vermächtnis des Kultregisseurs … innovativ – 4 von 5 Sternen
So unkonventionell, wie er seine Filme inszenierte, so wenig schert sich sein Buch nun um Gestaltungsregeln. Das überrascht optisch, bietet Bedenkenswertes (etwa wenn’s um die unterschiedliche öffentliche Beurteilung der Darstellung von Gewalt und Sex im Kino geht) – und ist innovativ: QR-Codes führen zu Aufnahmen, etwa von Lesungen.
(Münchner Merkur, 27.2.2023)
Rebers Lyrik und Prosa handeln von Liebe und der ewigen Suche nach ihr, von Heimat, Glück, Verlust, Sex und Revolution. Aber auch von Traumwelten und der Hoffnung auf eine Welt, in der Grenzen sozialer und kultureller Schranken in den Köpfen der Menschen überwunden sind. Oder mit den Worten des Unterdießener Autors: "In die leeren Gesichter würde ich gerne Leben malen, in die leeren Herzen eine Empfindung pflanzen und in die leeren Seelen einen Hauch blasen."
(Landsberger Tagblatt, 4.1.2023)
Eine ganz klare Leseempfehlung für alle, die Gedichte abseits des Üblichen mögen, die sich für ausgefallene Wortkunst interessieren und die bereit sind, sich von diesem Buch treiben zu lassen. Für alle, die Roland Rebers Filme mögen, ihn als Regisseur achten, ist dieses Buch ebenfalls geeignet. Es gewährt uns einen kleinen Einblick auf den Menschen, der hinter den Filmen steht.
(buchblogger24.de)
Das biografisch anmutende Buch selbst besticht durch eine einzigartige Collage von Fotos, Texten, Faksimiles und sogar Verbindungen zu Tonaufnahmen (z.B. https://wtpfilm.com/haette). Der verlinkte gesprochene Text, den ich recht zufällig auswählte, traf mich wie ein Hammerschlag. Er sprach genau das aus, was ich gerade dachte, denn ich werde zu Rolands Grab nicht reisen können. Ja, dieses Buch weckt ohne Frage sofort Emotionen und es wird damit dem Anspruch gerecht, den Roland grundsätzlich an sein Wirken hatte, nämlich damit zu bewegen. Das gelang ihm stets gut und es gelingt ihm noch immer. So geht Unsterblichkeit.
(clayton-husker.de)
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