Gernot, Bankberater, 51, hat noch ein Jahr zu leben. Er möchte sich mit seiner Familie aussöhnen, sich noch einmal verlieben und ein Bild malen und verkaufen, denn dann wird er leichter sterben können – hat ihn der Tod wissen lassen. Nach vielen Rückschlägen gelingen die letzten Vorhaben, und nach einem Jahr wird der Tod vorstellig. Oder hat er Gernot nur verwechselt – vielleicht nur ein falsch geschriebener Straßenname? Auch der Tod ist schließlich nur ein überlasteter Beamter.
Scheitern in der Kunst, Scheitern in der Ehe, Scheitern im Beruf – eigentlich hatte Gernot nach dem Abitur einen ganz anderen Weg einschlagen wollen, doch die Umstände ließen es nicht zu. Heute reist sein Sohn nach dem Abitur durch die Welt. Sie treffen sich auf einer gottverlassenen Insel südlich von Feuerland und bauen einen Schneemann – mitten in einem Schneesturm.
Nach und nach lernt Gernot, dass es für ein selbstbestimmtes Leben in erster Linie auf das eigene Verhalten ankommt, weniger auf die Umstände. Aber was nützt ihm das jetzt noch, so kurz vor dem Ende? Ist es wirklich bereits zu spät, oder kann er noch einmal von vorne anfangen?
Die Autorin hat Germanistik studiert und wurde in Literaturwissenschaft über das Exilwerk von Paul Zech promoviert. Sie unterrichtet im Rhein-Main-Raum Deutsch als Fremdsprache.
Roman, 190 Seiten. Der Roman spielt 2019/20 in einer ungenannten deutschen Großstadt. Das gedruckte Buch erscheint zeilen- und seitenidentisch in zwei Formaten: als literarischer Talisman im Format Kleinoktav (= DIN A6) und als Tischausgabe und Vorlesebuch im Format Großoktav (= DIN A5).
Gernot Müller, Bankberater, 51, hat noch ein Jahr zu leben – verkündet ihm der Tod persönlich. Und er gibt ihm noch einen guten Rat mit auf den Weg: Wenn er in Ordnung bringt, was er bereut, wird er leichter sterben können. Und so nimmt sich Gernot vor, sich mit seiner Familie auszusöhnen, sich noch einmal zu verlieben und schließlich ein Bild zu malen und zu verkaufen, denn ursprünglich wollte er Künstler werden.
War es sein Leben überhaupt wert? Er ist in der Ehe, in seinen Liebschaften, im Beruf gescheitert. Und dafür hat er einst seinen Kunsttraum geopfert? Er hätte sich ja nicht drängen lassen müssen und wie sein Sohn Till auch gegen alle wohlmeinenden Ratschläge seinen eigenen Weg gehen können. Dieser reist gerade nach dem Abitur durch die Welt, strebt danach kein Studium, sondern eine Ausbildung an. Bei einem Treffen auf einer gottverlassenen Insel südlich von Feuerland söhnen sich Vater und Sohn endlich aus und bau-en gemeinsam einen Schneemann – mitten in einem Schneesturm: ‹Schneemänner im September› eben.
So lernt Gernot in dem ihm verbleibenden Lebensjahr nach und nach, dass es für ein selbstbestimmtes Leben im Einklang mit den Lieben in erster Linie auf das eigene Verhalten ankommt, weniger auf die Umstände. Aber was nützt ihm das jetzt noch, so kurz vor dem Ende? Nach einem Jahr wird der Tod vorstellig. Ist es wirklich bereits zu spät, oder kann er noch einmal von vorne anfangen? Vielleicht hat der Gernot verwechselt – vielleicht nur ein falsch geschriebener Straßenname? Auch der Tod ist schließlich nur ein überlasteter Beamter.
Kora Busch
Bereits als Kleinkind erwachte das Interesse der Autorin für Bücher, im Grundschulalter folgten erste zaghafte Schreibversuche. Kora Busch hat Germanistik studiert und wurde in Literaturwissenschaft über das Exilwerk von Paul Zech promoviert.
Sie unterrichtet im Rhein-Main-Raum Deutsch als Fremdsprache, und ist in der unabhängigen Literaturszene (Mainzer Autorengruppe) bisher mit Kurzgeschichten hervorgetreten – von denen ‹Teegesellschaft im Condo› (2014) in eine Anthologie aufgenommen wurde und ‹Regenschauer› (2022) bei einer Ausschreibung den vierten Platz gewann.
‹Schneemänner im September› ist ihr erster Roman. Er kreist um ihr Lebensthema, die Gerechtigkeit, gepaart mit einem skeptischen Blick auf das satte Leben in den Metropolen.
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