Lionel Breitling, 37-jähriger Feuerversicherungsagent aus Grenchen, stellt im Jahr 13‘004 vor Christus fest, dass die Sonne .in mehr oder weniger regelmässigen Abständen auf- und untergeht. – und beginnt damit, einen Haselnuss-Stecken namens Navitimer pünktlich zu Sonnenaufgang in die Luft zu werfen.
Mit dieser Beobachtung, so präzise wie absurd, setzt Gion Mathias Cavelty in »Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst« den Urknall einer vollständig erfundenen Chronologie in Gang. Dabei liefert Cavelty Antworten auf Fragen wie: Warum heisst die Uhr Uhr? Was waren die Breguetschen Brusthaarkriege? Wer ist das grösste Schwein in der Schweizer Uhrenszene? Gibt es den Gottesteilchen-Antrieb tatsächlich?
Die Chronologie eskaliert kontinuierlich: von Breitlings Nervenheilanstalt über Hublots abenteuerliche Flucht aus dem Aztekenreich bis zur Omega Cubitus, die in einer Audienz beim Gottkaiser Piponzio stehenbleibt. »Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst« ist Cavelty in reinster Form: grotesker Humor, der eine intellektuelle Unterfütterung nicht verleugnet, und eine Leichtigkeit im Ton, die die konzeptuelle Strenge des Projekts erst recht sichtbar macht.
Gion Mathias Cavelty
Gion Mathias Cavelty (*1974 in Chur), Schriftsteller und Armbanduhrenfanatiker, lüftet in diesem einmaligen Bildungswerk den horologischen Schleier und gewährt der aufgeschlossenen Leserschaft einen tiefen Einblick in das tickende Herz der renommiertesten Schweizer Uhrenmarken. Bisher vor allem bekannt für belletristische Titel wie »Endlich Nichtleser«, »Der Tag, an dem es 449 Franz Klammers regnete«, »Lucifer« oder »Die Bibel«, begibt sich der mehrfach ausgezeichnete Musensohn hier erstmals auf das Terrain der (fiktiven) Fachliteratur.
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