Obwohl die Zeichnung als grundlegende Produktionstechnik in Kunst und Wissenschaft heute an Dominanz eingebüßt hat, gewinnt sie als Medium der Wissensproduktion, Kommunikation und sozialen Interaktion zunehmend an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund untersucht Intervening Drawing, inwiefern zeichnerische Praktiken aktivierend und intervenierend wirken können. Im Mittelpunkt stehen dabei Zeichnungen, die Bild und Text verbinden: Ähnlich einer musikalischen Partitur verknüpfen sie individuelle Vorstellungskraft und Reflexion mit gemeinschaftlich nutzbaren Anleitungen praktischer Fähigkeiten, die Wissen über Körper, Materialien und Prozesse explizieren, vermitteln und bewahren. Im Fokus steht dabei die zentrale Frage, inwiefern der kommunikations- und interaktionsbezogene Charakter der Zeichnung soziale Gefüge und Bildungsprozesse prägt. Im Zentrum stehen vor allem kollaborative Arbeitsweisen zur Entstehung von Ideen, Formen und Projekten. Zugleich verweist die betrachtete Handlungs- und Kommunikationsdimension auf das politische Potenzial zeichnerischer Praktiken: Zeichnung wird als Einschnitt in die Wirklichkeit verstanden, der verborgene Konflikte, historische Schichtungen und zeitliche Disparitäten offenlegt und dokumentiert. Die internationalen Autor*innen dieses Bandes forschen und publizieren in den Bereichen Architektur, Kunst, Design und deren Theorien sowie Philosophie und Pädagogik.
Gesa Foken
Zeichnungen Untersuchung von Zeichnungen kollaborative Arbeitsweisen