Mehr als 1900 Seiten umfaßt das zweibändige Werk «Anthroposophie in Deutschland» des Historikers Helmut Zander. Es soll sich dabei um die erste umfassende wissenschaftliche Aufarbeitung der Anthroposophie Rudolf Steiners handeln. Karen Swassjan hat das Werk einer vollständigen kritischen Lektüre unterzogen, deren Ergebnisse er in diesem Buch vorlegt. Es ist weit mehr als nur eine Streitschrift. In konzentrierter Form bietet Swassjan darüber hinaus einen Aufriss der geisteswissenschaftlich-methodologischen Prämissen der Anthroposophie und ihres eigenen Geschichtsbegriffs. Er situiert und kontextualisiert sie im Gesamtraum der abendländischen Kulturgeschichte und stellt Rudolf Steiners genuine Leistung in einem eindrucksvollen Überblick dar.
Karen A. Swassjan
Karen A. Swassjan (1948-2024) war bis 1993 Professor für Philosophie, Kulturgeschichte und Ästhetik an der Universität Jerewan. Übersetzer ins Russische und Herausgeber von Werken Rilkes, Nietzsches und Spenglers sowie Autor zahlreicher Bücher und Aufsätze zu philosophischen, literarischen, kulturgeschichtlichen und anthroposophischen Themen in russischer und deutscher Sprache, darunter: «Unterwegs nach Damaskus. Zur geistigen Situation zwischen Ost und West», «Nietzsche – Versuch einer Gottwerdung»; «Der Untergang eines Abendländers: Oswald Spengler und sein Requiem auf Europa», sowie: «Rudolf Steiner. Ein Kommender». Karen Swassjan ist Forschungspreisträger 1993/94 der Alexander von Humboldt-Stiftung, Bonn und gewann 2009 den ersten Preis in einem philosophischen Essay-Wettbewerb der Russischen Akademie der Wissenschaften. Er lebte von 1993 bis zu seinem Tod als freier Schriftsteller und Vortragender in Basel
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