Vassil Georgiev Georgiev Verfall

Verfall

von Vassil Georgiev

Erzählungen

EUR 18,95

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Beschreibung

Heute werde ich deinen Lieblingstee aufbrühen - Thymian, getrocknete wilde Erdbeeren und Lindenblüten -, ich werde dir mein neues grünes T-Shirt mit den gelben und roten Blumen zeigen, und wir werden uns lange unterhalten. Über die Erdnüsse, die wir nicht aufgegessen, über die Bücher, die wir nicht gelesen haben und über den Meeressand, der an unseren Füssen nicht kleben blieb - über alle die gemeinsamen Erinnerungen, Dinge und Situationen, die gleich Bahnhöfen an einem stillstehenden Zug wie irr an uns vorbeigerast sind. Die Zeit radiert die Erinnerungen aus, wandelt die Situationen, entstellt die Dinge, niemals aber wird sie es schaffen, eine im Efeu gross gewordene, zwar ein wenig angestaubte, jedoch stets zu uns gehörige Liebe auszulöschen.
„Verfall“ ist eine Sammlung von 13 Erzählungen, geschrieben zwischen 2008 und 2010. Die Erzählungen marschieren über das dünne Eis des bulgarischen Alltags, der zerschlissenen Kleider der Korrektheit, des Anstands und des falschen Images entledigt. „Verfall“ ist ein Buch, das vom Zerfall der falschen menschlichen Persönlichkeit handelt, während die einzelnen Erzählungen darin ihre ausgezogene Hypostase überzeugend zum Vorschein bringen – verwirrt, fragend und auf der Suche nach den Antworten im Innern, in den dunklen Ecken des Geistes, deren Preisgabe beklemmt. Georgievs Erzählungen sind skandalös, romantisch, nostalgisch und sogar sozial. Den Grat des Absurden entlang und 
mit der Vitalität des Humors schöpfen sie ihre Poesie in Samples aus dem urbanen Alltag – in der Stadt, am Meer und in der Wüste. Ähnlich mobilen Computerspielen wirken sie motivierend bis hoch stimulierend und sind wahre Antidepressiva in einer kontinuierlich und mehrspurig bröckelnden, volkstümlich-globalen Umgebung.
In "Verfall" kommen die Erzählungen in allerhand Textsorten daher. Keines dieser Formate mutet bemüht an, weil es darum geht, den Menschen Geschichten über sich selbst zu erzählen. Die Entsprechung zwischen Inhalt und Form ist bestechend - ein ungeniertes Spiel mit einer Unzahl von aktuellen Sujets. Die Cocktails aus Fiktionsebenen wären natürlich nicht so exquisit, wären da nicht meisterhaft nachgebildete, übersteigerte Figuren, die auf jeder Ebene einen Dreh weiter verzerrt sind, um ihre Wahrheit aktuell werden zu lassen, um Literatur zu werden. Georgievs Erzählungen sind skandalös, romantisch, nostalgisch und sogar sozial. Voller Absurdität und intellektuellem Witz schöpfen sie ihre Poesie in Samples aus dem urbanen Alltag. Ähnlich Computerspielen wirken sie motivierend bis hoch stimulierend und sind wahre Antidepressiva in einer stets und in hohem Masse zerfallenden, volkstümlich-globalen Umgebung.

Autor*in

Vassil Georgiev
Vassil Georgiev, geboren 1975 in Sofia, ist Jurist und Schriftsteller. Erste Kurzgeschichten veröffentlichte er 2003. Seine Erzählung "Der schwarze Mann" gewann den ersten Preis beim Jordan-Jovkov-Wettbewerb. Die erste Erzählsammlung "Buddhistenstrand" war das meistbesprochene Debüt 2009. Sein zweites Buch "Strassenjunge. Geschichten der Strassen von Sofia" wurde für mehrere Preise nominiert, und der Erzählband "Verfall" gewann 2011 den Helikon-Preis für zeitgenössische Prosa. "Apparat", sein erster Roman, wurde 2014 bulgarischer Roman des Jahres.

Themen in »Verfall«

Bulgarien, Alltagsgeschichten Europa Katze

Stimmen zu »Verfall«

Details

ISBN: 9783906811024
Verlag: INK Press
Erscheinung: 10.10.2015

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