Ingo Steuer hat dieses Buch nicht erst geschrieben, wenn sein Leben auf diese oder jene Art gelebt sein wird; wenn andere auf dem Eis stehen und trainieren und er nur noch hinter der Bande steht oder auf der Bank sitzt, zuschaut und ein heißer Tee ihm die Hände wärmt. Irgendwann einmal, wenn alles so oder so gelaufen sein wird.
Er schreibt es heute und erzählt auf diese Weise seine Geschichte, aus seiner Sicht, vor allem für seine Fans. Für jene Frauen und Männer, die immer zu ihm gehalten haben, die hinter ihm standen, in all den Jahren. Menschen, die seine Leidenschaft „Eiskunstlauf“ teilten, vor allem in Chemnitz, wo er zu Hause ist.
Frauen und Männer, die bis heute immer an seiner Seite waren und ihm die Daumen drückten. Fans, die ihn lange kannten, bevor er begann, als Trainer zu arbeiten. Einige freuten sich schon mit ihm, als er in Sapporo – vor 30 Jahren! – mit Manuela Landgraf Juniorenweltmeister wurde.
Fans, die Mandy Wötzel und ihm zujubelten, wo immer sie zu sehen waren. Die Rico Rex und Eva Maria Fitze kannten und mit Nicole Nönnig und Matthias Bleyer bangten. Sie reisten mit den beiden zu Wettkämpfen und schickten ihnen Briefe aus England und Frankreich – und als Mandy Wötzel vor fast genau 20 Jahren in Lillehammer schwer stürzte und sie am Boden zerstört waren, da schrieben ihnen Schulkinder aus Amerika zum Trost ihr „Don‘t worry, be happy“.
Später bestärkten seine Anhänger die Läufer Aljona Savchenko und Robin Szolkowy darin, weiterzumachen und nicht das Handtuch zu werfen. Ja, auch zu ihrem Trainer Ingo Steuer zu stehen. Einige wenige flogen sogar über den Großen Teich, um die beiden auf dem Eis zu sehen.
Ob er ohne seine Fans durch diese stürmischen, oft auch eiskalten Zeiten gekommen wäre? Stünde er dann heute hier, wo er jetzt steht?
Ingo Steuer
Ingo Steuer (* 1. November 1966 in Karl-Marx-Stadt) ist ein ehemaliger deutscher Eiskunstläufer, der im Paarlauf für die DDR und BRD startete. An der Seite von Mandy Wötzel wurde er 1997 Weltmeister und 1995 Europameister. Er ist heute als Eiskunstlauftrainer tätig und führte das Eiskunstlaufpaar Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy zu fünf Welt- und vier Europameisterschaftstiteln. Er begann im frühen Kindesalter mit dem Eiskunstlaufen. Zunächst startete er für den SC Karl-Marx-Stadt, der nach der Wiedervereinigung zum SC Chemnitz wurde. Seine Paarlauftrainerin war Monika Scheibe.
Zunächst lief er mit Manuela Landgraf und wurde mit ihr 1984 in Sapporo Juniorenweltmeister für die DDR. Das Paar ist damit das erste und bisher einzige deutsche Paar, das Juniorenweltmeister werden konnte.
Nach der Trennung des Paares lief er einige Jahre mit Ines Müller und erreichte mit ihr bei den Europameisterschaften 1990 und 1991 den jeweils siebten Platz.
1992 wechselte Steuer erneut die Partnerin und trat fortan mit Mandy Wötzel an. 1993 wurden sie zum ersten Mal deutsche Meister. Bei der Europameisterschaft in Helsinki gewannen sie mit Silber ihre erste bedeutende internationale Medaille. Bei ihrer ersten Weltmeisterschaft wurden sie in Prag Vize-Weltmeister. In den Jahren 1995-1997 gewannen Steuer und Wötzel die deutschen Paarlaufmeisterschaften. 1995 wurden sie in Dortmund Europameister. 1996 gewannen sie sowohl bei der Europameisterschaft wie auch bei der Weltmeisterschaft die Silbermedaille. Im gleichen Jahr gewannen sie das Grand-Prix-Finale. Auch 1997 errangen sie bei der Europameisterschaft wieder die Silbermedaille. Bei der anschließenden Weltmeisterschaft in Lausanne wurden sie dann Weltmeister. Nach Saisonende mussten sich beide einer Knieoperation unterziehen. Ingo Steuer hatte außerdem noch einen Autounfall. Dennoch gewannen sie bei den Olympischen Spielen 1998 in Nagano trotz Verletzungen die Bronzemedaille. Danach beendeten Ingo Steuer wie auch Mandy Wötzel ihre Amateurkarriere und wechselten zu den Profis.
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