Im 18., 19. und 20. Jahrhundert wurden in der Schweiz hunderttausende Kinder bei Bauern fremdplatziert. Diese so genannten „Verdingkinder“ waren bei ihren Pflegeeltern oftmals massiven Belastungen ausgesetzt; durch harte Arbeit sowie emotionale und physische Vernachlässigungen und Misshandlungen. Mittels einer qualitativen Studie untersuchen die Autorinnen und Autoren, wie Betroffene ihre Zeit als Verdingkinder bewältigt haben. Hierbei orientieren sich die Autorinnen und Autoren primär am Coping-Modell nach Lazarus und auf methodischer Ebene an der soziologischen Biografieforschung. In acht ausführlichen Falldarstellungen wird anhand von narrativen Interviews die Verdingzeit der Betroffenen dargestellt, mit einem speziellen Fokus auf ihrem Bewältigungsverhalten.
Mirjam Brunner