Es ist gewiss nicht möglich, eine tausende Bände umfassende Bibliothek in aller Tiefe zu erschließen. Dennoch können einzelne Aspekte dargestellt werden, die insgesamt dazu angetan sind, das Bild der Vorauer Stiftsbibliothek in groben Strichen zu zeichnen. Die »Libri Voravienses« (Vorauer Bücher) verstehen sich als die Annäherung an eine große und historisch bedeutsame Bibliothek.
Dieser Band umfasst die Beiträge von 23 Fachleuten, Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Disziplinen und mit unterschiedlichen Zugängen.
Sie haben Studien zu Geschichte und Bibliothek des Stiftes Vorau, zu einzelnen Teilen der Bibliothek, zu Handschriften und gedruckten Büchern vorgelegt. Die gebotene Auswahl ist ein vielfach gewundener bücherlicher Blumenstrauß – eine Philokalie.
Mit Beiträgen von Harald Berger, Ute Bergner, Thomas Csanády, Helene Eisl, Pia Fiedler, Martin Haltrich, Katharina Kaska, Robert Klugseder, Rabea Kohnen, Elisabeth König, Christina Köstner-Pemsel, Bernhard Mayrhofer, Mina Miyamoto, Luba Nurse, Tina Podrepsek, Franz Karl Praßl, Erich Renhart, Martin Roland, Michaela Scheibl, Michaela Schuller-Juckes, Margit Westermayer, Theresa Zammit Lupi und Hans Zotter.
Erich Renhart
Erich Renhart, geb. 1959, Leiter des »Vestigia« – Zentrums für die Erforschung des Buch- und Schrifterbes an der Universität Graz. Arbeitsschwerpunkte: lateinische, griechische, armenische und syrische liturgische Handschriften, Palimpseste und Fragmente.
vestigia.uni-graz.at
Stiftsbibliothek Vorau Augustiner Chorherrenstift Handschriftenkunde Kodikologie Paläografie Buchmalerei Bibliotheksgeschichte Klostergeschichte Fragmentforschung Einbandforschung Frühdrucke Steiermark Wolfram von Eschenbach
In 20 Beiträgen versammelt der Band Zugänge zur Bibliotheksforschung aus unterschiedlichen Disziplinen. Der Bogen ist gespannt von Paläographie und Sprache bis Buchschmuck und Liturgie. Damit gelingt es, ein umfassendes Bild dieser historischen und dennoch ganz lebendigen Bibliothek zu zeichnen, deren Bestände sich bei weitem nicht auf Handschriften des Mittelalters beschränken. Dem trägt der Band insofern auch Rechnung, als Beiträge zu historischen Drucken der Neuzeit, die in der kodikologischen Forschung noch immer zu wenig Beachtung finden, fundiert vertreten sind.
Allein optisch liegt hier ein »schönes« und gediegenes Buch vor: Das Hardcover mit Batikpapierspiegel ist nur ein Baustein zu diesem Eindruck. Der Papiertyp und die gewählte Schriftgröße machen das Lesen leicht. Farbige Abbildungen von größtenteils hervorragender Qualität sowie tabellarische Übersichten sind punktgenau in den Fließtext montiert, eine sehr angenehme Rezeptionserleichterung. [...]
Den beiden Herausgebern, selbst ausgewiesene Spezialisten in der historischen Buchforschung, ist es gelungen, für diesen Band Beiträgerinnen und Beiträger zu gewinnen, die aus ihren jeweiligen Spezialgebieten allesamt Interessantes und Neues beizusteuern hatten. Der vorliegende Band ist also nicht nur für jene von Interesse, die sich für die Vorauer Bibliothek im Besonderen und für historische Buchforschung im Allgemeinen interessieren, sondern auch für alle, die eine Bibliothek als historischen Wissensspeicher und insofern als »historisches Dokument« begreifen.
— Karin Kranich, Blätter für Heimatkunde, 99 Jg., Heft 3/4
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