Wie vermitteln literarische Klänge Gewalt in der postkolonialen Literatur? Und wie erzeugt die literarische Vorstellungskraft von Klang Bedeutung auf politischer Ebene? Anhand von Textanalysen und vergleichenden Untersuchungen untersucht Auditory Violence klangliche Manifestationen von Unterdrückung und Herrschaft, aber auch von Widerstand und Subversion in postkolonialen Texten von vier Autor*innen – Chingiz Aitmatov, J. M. Coetzee, Frankétienne und Jean Rhys. Ihre anglophonen, frankophonen und russophonen Texte thematisieren die Verflechtung von Klangkultur mit imperialen Ordnungen und kolonialen Hinterlassenschaften: Indem sie akustische Umgebungen, Hörpraktiken und Formen der Klangerzeugung untersuchen, zeigen sie eine besondere auditive Sensibilität, die klangliches Wissen innerhalb der Postkolonialität und darüber hinaus reflektiert und kreativ erweitert.
Dimitri Smirnov
Sound Violence Postcolonialism Postcolonial Literature Chingiz Aitmatov J. M. Coetzee Frankétienne Jean Rhys