Wer war Matthäus?
Hat Lukas von Markus abgeschrieben?
Wieviele Briefe hat Paulus nun wirklich verfasst?
Wer war der Autor des Hebräerbriefes?
Diesen und vielen weiteren Fragen geht der Autor im vorliegenden Buch auf die Spur. Dabei hat er nicht den Anspruch, alle Fragen vollständig beantworten zu müssen. Vielmehr weckt er den Forschergeist in jedem von uns, indem er Fragen aufwirft und solche auch bewusst offenlässt. So wird erst mal die Neugier geweckt und man mag das Buch nicht so schnell beiseitelegen.
Es regt in hohem Maß zum Weiterdenken und Selberforschen an.
Sprachlich begegnet uns der Autor humorvoll, authentisch und auf Augenhöhe – fast so, als ob er persönlich anwesend mit uns kommunizieren würde. In dieser Lebendigkeit wird das Buch zu einem empfehlenswerten Hilfsmittel für den Religionsunterricht und/oder für das Selbststudium.
In der Regel steht bei einem Buch schon am Cover, wer es geschrieben hat. Beim Neuen Testament ist das nicht der Fall. Hier handelt es sich um eine Büchersammlung mit verschiedenen Autoren. Zudem ist die Sammlung schon fast zweitausend Jahre alt. Wer herausfinden möchte, wie sie entstanden ist, muss viel forschen. Der theologische Fachbereich, in welchem man sich mit der Entstehung des Neuen Testaments beschäftigt, heißt „Einleitung in das Neue Testament“.
Diese vorliegende Einleitung in das Neue Testament ist für Schülerinnen und Schüler geschrieben, die den freikirchlichen Religionsunterricht in der Oberstufe besuchen und vielleicht auch in diesem Fach maturieren möchten. Alle anderen dürfen sie auch lesen. Ich habe mich bemüht, eine möglichst verständliche Sprache zu verwenden und die Begriffe zu erklären. Zur Kontrolle haben es vier Oberstufenschülerinnen in Purkersdorf bei Wien gelesen und mir einige Korrekturhinweise gegeben. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar. Wenn du, liebe Leserin bzw. lieber Leser, auch so klug bist wie die Purkersdorfer Schülerinnen, ist es kein Problem, den Text zu verstehen.
Im Anhang findest du eine zusammenfassende Tabelle zur Datierung der einzelnen Schriften des Neuen Testaments und ein paar Literaturhinweise. Es sind wissenschaftliche Bücher, die für diejenigen gedacht sind, die gerne mehr über diesen Fachbereich wissen möchten.
FORSCHUNG
Du findest immer wieder Forschungsvorschläge zu den einzelnen Themen. An diesen kannst du allein oder in deiner Klasse arbeiten. Natürlich kann man das Buch auch lesen, ohne dass man die Forschungsaufgaben löst. Die Karikaturen hast du vermutlich ohnehin schon angeschaut, bevor du dieses Vorwort gelesen hast.
LÖSUNGEN
Ach ja, noch etwas: Wo bekommt man das Lösungsbuch? Gar nicht. Ich habe keines geschrieben, denn ich kenne viele Lösungen auch nicht. Es bleibt dir nichts anderes übrig, als selbst das Gehirn einzuschalten. Wenn du Forschungsergebnisse herausgefunden hast, kannst du dich an Theologinnen und Theologen aus deinem Bekanntenkreis wenden und nachfragen, wie sie darüber denken. Ich empfehle dir, jeweils mehrere Personen zu fragen und die Antworten zu vergleichen. Sie sind nicht immer deckungsgleich. Du musst dir dann selbst überlegen, welche Antwort dir plausibler scheint.
Und was kann man tun, wenn man niemanden kennt, der Theologie studiert hat? Da gibt es nur eine vernünftige Lösung: Selber Theologie studieren. Wir brauchen in Österreich viele Leute, die theologisch gut ausgebildet sind.
Armin Wunderli
Dr. Armin Wunderli ist Dozent für Praktische Theologie am Campus Danubia in Wien
und Lehrbeauftragter an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems.
Zudem erteilt er freikirchlichen Religionsunterricht am Gymnasium in Purkersdorf bei
Wien und ist Amtsleiter des Schulamts der Freikirchen in Österreich. Er ist verheiratet
und Vater von drei Kindern.
Autoren des Neuen Testamentes Bibelforschung Einleitung in das Neue Testament Religionsunterricht Theologische Ausbildung Zweiquellentheorie synoptische Evangelien