»Bis zum Beginn der Arbeit an diesem Buch dachte ich, dass ich in zwanzig Jahren als Journalistin gelernt hätte, mitmenschlichem Leidumzugehen. Aber da hatte ich mich geirrt. Mankann sich gegen das Leid nicht panzern…ganz gleich, wodu gearbeitet hast, wie viele Jahrelang, und was du dabei gelernthast. DeineSeele wird leiden, wenn du mit fremdem Leid mitfühlst, aber erst das macht dich zum Menschen.
Alle Protagonisten dieses Buchs sind Zeugen russischer Kriegsverbrechen. Manche sind knapp mit dem eigenen Leben davongekommen, manche retten fremde Leben. Im Gespräch mit ihnen beeindruckte mich ihre Charakterstärke.
Der Krieg, sagt eine der Protagonistinnen dieses Buchs, ist eine Sache, dieviel mit eintöniger, wenig fesselnder Routine zu tun hat. Fesselnd sind die menschlichen Schicksale und Charaktere, die das Rad der Geschichte mit zusammengebissenen Zähnen vorandrehen in eine demokratischere, gerechtere, bessere Welt.«
Die Interviews in »Wie der Krieg« uns verändert handeln von persönlichen Geschichten, die dabei helfen, die grausamen Ausmaße und die Folgen der russischen Großinvasion in der Ukraine nachzuvollziehen. Darüber hinaus beinhalten sie Analysen, die neue und vielleicht auch unerwartete Einsichten in die Hintergründe von Russlands kriegerischer Aggression bieten können.
Es sind Interviews mit Ukrainerinnen und Ukrainern, die ihre Erfahrungen teilen: als Trauernde, als Überlebende, aber auch als Lebensretter. Bekannte ukrainische Intellektuelle – z. B. die Friedensnobelpreisträgerin Oleksandra Matwijtschuk oder der Journalist Ayder Muschdabajew – vermitteln Einsichten in die Hintergründe zu Russlands Aggressionskrieg aus menschenrechtlicher, historischer und kultureller Perspektive. Zudem beinhaltet der Band ein exklusives Interview über den verstorbenen, renommierten Dokumentarfotografen Max Lewin.
Olha Volynska
Olha Volynska ist eine Journalistin, Schriftstellerin, Dokumentarfilmerin und Menschenrechtsaktivistin aus Dnipro in der Ukraine.
Seit mehr als fünfzehn Jahren berichtet sie in ukrainischen und internationalen Medien über Korruption, Menschenrechtsverletzungen, ökologische Katastrophen und soziale Ungerechtigkeit. Sie wurde mit zahlreichen Medienpreisen ausgezeichnet, etwa auf dem PLURAL+ International Film Festival in New York für ihren Dokumentarfilm 482. Sie ist Geschäftsführerin der Menschenrechtsorganisation SITSCH (Dnipro/Graz), die Opfern der kriegerischen Aggression Russlands kostenlosen Rechtsbeistand leistet.
Olha Volynska ist die Autorin folgender Werke in ukrainischer Sprache: »Dieser Regen ist mir gewidmet«, Gedichtsammlung (2004); »Ein Schritt zum Himmel«, Kurzgeschichten (2016), »Liebe für Geld«, Roman (2021).
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