„Lamento Grande“ ist ein äußerst vielseitiges musikalisches Werk. Mit 24 Stücken, die sich zwischen Nouvelle Chanson, Hard Rock, Balladen und Einflüssen des Alternative Rocks bewegen, bietet es eine abwechslungsreiche Mischung aus Stilen und Tempi. Die Produktion ist ein klangliches und lyrisches Erlebnis, das zwischen Tiefgründigkeit und Leichtigkeit balanciert.
Das Band-Projekt ErosK. und Sein Fürst ist ein mehrschichtiges Unternehmen, das verschiedene künstlerische Genres zueinander führt. Dafür mag es internationale Vorbilder geben, allerdings sind sie im populären Kunst- und Kulturbetrieb eher selten anzutreffen:
Hier die Musik, angelehnt an Rhythmen zwischen Jazz, World music und Indie-Rock, subsumierbar auch unter dem Genre Nouvelle Chanson; da die gesungene Sprache der Lyrik und Literatur, die das Feld musikalisch suggestiver Mitteilung weder dem hochpreisigen Konzertbetrieb noch der gängigen Schlagersprache überlassen will; dort schließlich der Beitrag der bildenden und der Video-Kunst zur optischen Ausformung der Bühnen- und Netzperformance.
Folglich ist der kreative Output der Band eher schwierig einzuordnen, zumal es sich sowohl bei den Songs, entstanden großteils in den Jahren der Pandemie, als auch bei der öffentlichen Präsentation und dem Internetauftritt um ein Spiel mit und gegen den gängigen Mainstream musikalischer, lyrischer und bildhafter Gebarung handelt.
Als Nachfolgeproduktion der Doppel-CD Hunde der Einsamkeit aus dem Jahr 2015 präsentiert das Trio nun mit Lamento Grande eine 3er-Vinyl-Ausgabe / Doppel-CD mit zwei Dutzend brandneuen Titeln. Der bisherige Weg der Band hat sie nicht so sehr auf die Konzert- als vielmehr auf die Theaterbühne geführt.
So wurden ihre Songs in den letzten Jahren in insgesamt vier Großproduktionen live performt – siehe ausgewählte Videos in der Rubrik Das bisher Geschaffene -, auch mit Unterstützung von Gastmusiker:innen, stets jedoch unter aktiver Mitwirkung der Sängerin Eveline Rabold und meist auch des Band-Gitarristen und Arrangeurs Rainer Paul sowie durchgängig unter der Regie des Autors, Regisseurs, Texters und Songwriters Peter Wagner.
Darüber hinaus wurden die Songs aus Hunde der Einsamkeit auch Grundlage des abendfüllenden Musik-Film-Poems Slowblues – Um die Mitte des Tages und davor, das nach 15 Jahren künstlerischen Werdegangs noch 2024 präsentiert werden soll.
Lamento Grande wird nun als eigenständiger Bühnen-Act in Form eines inszenierten Konzertes zu erleben sein. Darunter hat man sich, unterstützt von Gastmusiker:innen, ein der Bühnenpräsenz verpflichtetes Zusammenspiel von Gesang, Musik, Licht und in das Live-Geschehen eingestreuten Video-Triptychen vorzustellen, das im Sinne eines Gesamtkunstwerks mehrere suggestive Erlebnisfelder evoziert.
Dabei wird auch immer wieder ein Schulterschluss mit der bildenden Kunst vollzogen: Der optische Rückgriff auf Werke bildender Künstler:innen erhöht die Sensibilisierung sowohl auf die musikalisch-lyrische als auch auf die optische Mitteilung – und bildet damit ein drittes, sinnlich erfahrbares Erlebniselement im Zusammenwirken aller eingeführten künstlerischen Genres.
Lamento Grande Eros K. und sein Fürst Rabold Paul Wagner