Herter Renate Herter – Monte F.C.

Renate Herter – Monte F.C.

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Beschreibung

[…] Ein ähnlicher Zustand ergibt sich auch bei der Videoinstallation „Monte F.C.“ zwischen der Monumentalität des Gebäudes und der individuellen Bemühung, an der Fassade hochzusteigen. Die schließlich auch vollzogene Besteigung erweist sich im Film jedoch nicht als ein persönlicher Triumph der Künstlerin, denn als Kommentar auf den Autoritätsanspruch des Museums an sich. „Monte F.C.“ ist sowohl spektakulär als auch zurückhaltend. Es reflektiert die konkrete Geschichte eines Museums und gleichzeitig die generelle Institution Museum, indem es einerseits die Geschichte des Francisco Carolinum schlaglichtartig beleuchtet und andererseits die Definition, Etablierung und Tradierung von objektbezogenem Wissen einer kritischen Revision unterzieht. So erzeugt Herters Projekt in einem Museum ein doppeltes Paradoxon: Einerseits verdeutlicht die generelle und deshalb unübliche Abwesenheit von Exponaten, dass Herter weniger am Gegenstand der Erinnerung, als an der Frage nach Konstruktionsmechanismen und Erzählweisen von Geschichte in einem institutionellen Kontext interessiert ist. Andererseits schafft sie über die Sprache wiederum eine Präsenz von Objekten, die die Qualität der Erfahrbarkeit von Vergangenheit neu definiert.

Autor*in

Renate Herter
Renate Herter: Studium der Visuellen Kommunikation, Hochschule der Künste, Berlin; Studium der Kunst- und Kommunikationssoziologie, Freie Universität, Berlin; 1982–91 Wissenschaftliche und künstlerische Assistenz, Hochschule der Künste, Berlin; 2001–08 Professur für Bildhauerei – transmedialer Raum, Kunstuniversität, Linz; Zahlreiche Projekte im öffentlichen Raum, u.a. Lesewald, up and down and up, Schaurausch, BerLinz, Hohlräume der Geschichte. Mit-Kuratorin der Ausstellungen Schaurausch, Tiefenbohrung/Tiefenrausch, OK, Offenes Kulturhaus Oberösterreich. 2008–10 Gastprofessur, Institut für Medien, Kunstuniversität, Linz Förderungen/Preise (Auswahl): Wettbewerb DENK. STATT Papa Gruber, Mahnmal St. Georgen, Österreich, (1. Preis), Passage gegen das Vergessen zur Realisierung ausgewählt, St. Georgen/Gusen 2012; Georg Elser Zeit-Zeichen, Beitrag zum Wettbewerb Denkzeichen Georg Elser, (3. Preisträgerin), Senat von Berlin, 2010; Stipendium für Bildhauerei (Künstlerinnenprogramm), Senat f. Wissenschaft, Forschung und Kultur, Berlin 1999; Artist in residence, University of Wisconsin 1998; Denkmal 17. Juni, (Entwurfs-Ankauf), Senat von Berlin 1998; Jury Award, II Biennal d’Alcoi, Spanien 1998; Stipendium des Senats für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Berlin 1997; Prize from the Polish Telecommunication, V. International art Triennale Majdanek, 1997; Künstlerisches Forschungsprojekt Visuelle Dialoge, Förderung: Senat von Berlin 1990–92; Arbeitsstipendium, Senat für kulturelle Angelegenheiten, Berlin 1988; Merit Award, Art Directors Club, New York 1987 Ausstellungen und Projekte seit 2008 (Auswahl): gewaltfrei: jetzt, Beitrag zum Wettbewerb Mahnmal für aktive Gewaltfreiheit, Linz 2016; Trophäen, Ausstellung der Ankäufe der Stadt Linz, Nordico, Linz 2014 (K); Am Kurfürstendamm sind jetzt sämtliche Lücken wieder ausgefüllt, im Rahmen von Spuren, Hohlräume, Leerstellen – Jüdisches Leben am Kurfürstendamm 1933–43, Ausstellungsorte: Vitrine am Kurfürstendamm 28, Museum Villa Oppenheim, Deutsches Historisches Museum, Berlin 2013 (K); präsent – absent, Text-Klang-Installation, Kunstbiennale Interim, Schwäbische Alb 2013 (K); Die Kinder, Zweiteilige Licht-Klang-Video-Installation, Krypta der Ursulinenkirche, Linz 2013 (K); Passage gegen das Vergessen, 5-teilige Installation im öffentl. Raum, St. Georgen 2012/13 (K); Wo ein Name ist, da ist ein Mensch, Beitrag zum Wettbewerb für den Gedenk- und Informationsort für die Opfer der „Euthanasie“-Morde am Ort der Planungszentrale „T4“, sowie Ausstellung, Topografie des Terrors, Berlin 2012; Minimalinvasive Kunststationen, Wettbewerb für die Charité und Ausstellung, Berlin 2012; Monte F.C., 2-teilige Video-Installation und Al niente/Bis zum Nichts, Klanginstallation über 10 Stationen, im Landesmuseum OÖ/Landesgalerie, Linz 2010/11 (K); Ausstellung zum Wettbewerb Denkzeichen Georg Elser, Berlin 2010; Vernähter Raum, Installation in der Ausstellung Positionen der Gegenwart, Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, Berlin 2010 (K); Aus der Sammlung. Einführung in die Kunstgeschichte 6, Landesgalerie, Linz 2009; Im Fluss, Installation in der Ausstellung Strom des Vergessens/Tiefenrausch, O.K, Centrum für Gegenwartskunst, Linz 2008, (K)

Themen in »Renate Herter – Monte F.C.«

Ausstellung Herter, Renate, 1943– Klangobjekt Linz 2010 Video-Installation

Stimmen zu »Renate Herter – Monte F.C.«

Details

ISBN: 9783902414441
Verlag: Bibliothek der Provinz
Erscheinung: 30.06.2011

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