Der Kampf gegen eine Thrombose im Bein gerät dem Helden dieser Erzählung zu einem Wettstreit zur See – mit niemand Geringerem als dem legendären Captain Ahab. Auch dieses Kräftemessen wandelt sich: Der schroffe Gegner wird zum Lehrer der Geduld und der Stille, zum ermutigenden Helfer, wieder zum vermeintlichen Widersacher … und erneut zum amikalen Trinkkumpanen. Als aus dem Meer eine riesige Blutwelle auf sie zutreibt, läuft das Geschehen im wahrsten Sinn des Wortes aus dem Ruder …
Diese Männergeschichte – oft tragisch und zugleich ungemein witzig, schnapsgetränkt und gleichermaßen hochsensibel – besticht durch den Plot, doch ebenso durch die tiefe Abgründe auslotende, wiewohl flotte Sprache. Ein großartiges Debut des jungen Niederösterreichers Christian Bauer!
Bei einem bevorstehenden Wettkampf kann ein lädiertes Bein schon ein Problem werden – wenn sich einer etwa mit dem legendären Captain Ahab messen möchte. Dennoch wagt der Erzähler, mit ihm gemeinsam auf eine Reise zu gehen und zugleich den Kampf aufzunehmen gegen die Thrombose, den Blutpfropfen in der Wade.
Der Wettkampf wird für beide zu ihrer Bestimmung, und damit ist der Kampf um die Wade auch Sache des Captains – ohne gesundes Bein kein Kräftemessen. Ahab, das Feindbild von einst, wird zum Lehrer der Geduld und der Stille, wird Helfer und Freund, Trinkkumpan. Bis die beiden eines Tages am Meer einem riesigen Blutklumpen begegnen, der auf ihr Schiff zukommt und das Geschehen völlig aus dem Ruder läuft, falls man bei Seefahrern so sagen darf.
Der Leser, die Leserin erfahren: Wenn nicht ein weißer Wal auf Ahab trifft, sondern ein roter Klumpen, kann die Geschichte einen ganz anderen Verlauf nehmen als die, von der Ishmael zu berichten hatte – weniger tragisch vielleicht, gleich blutig, absolut phantastisch jedenfalls …
Ein vielversprechendes Debüt von Christian Bauer!
Christian Bauer