In dem Band Erzählungen, der den Titel "Der Rahmen" trägt, tut der Erzähler der Realität ein wenig Gewalt an, Gewalt durch seine Motive, Gewalt in der Durchführung dieser Motive. Schon die erste Erzählung, die den Titel "Lächeln ist ein System" trägt, lässt die Vergewaltigung der Realität fühlbar werden. Aber auch andere Motive vergewaltigen die Realität, teils surreal, teils durch Abstraktion, die der Realität nicht gerecht zu werden vermag. So ist auch etwa die Erzählung "Mythen als Polizei" ein surreales Motiv. Und doch ist alles scheinbar ganz natürlich, ist scheinbar natürlich, dass der Erzähler die Mythen als eine Art body guard gegen mögliche Feinde, ja Mörder einsetzt. Die Erzählung "Der Schlaf des Nervenkranken" übertreibt das Interesse derer, die den Schlaf des Nervenkranken sehen wollen, ja unbedingt sehen müssen, ins Groteske. So wird Realität überall ein wenig vergewaltigt, aber diese Vergewaltigung setzt sehr viel Poesie frei.
Wolfgang Streicher