"Liza Featherstones Buch ist ein Schnäppchen, das selbst WAL-MART nicht unterbieten kann. Es gibt einen beispiellosen Einblick in WAL-MARTs pseudo-christliche, ultra-machistische Unternehmenskultur." (Barbara Ehrenreich)
Seit Mitte der 1990er Jahre versucht WAL-MART auch in Deutschland Fuß zu fassen – bislang mit begrenztem Erfolg, trotz erheblichen finanziellen Aufwands. Im Stammland USA aber ist die Discounterkette eine Ikone des freien Unternehmertums und beherrscht einen großen Teil des heimischen Marktes. Zugleich pflegt sie ihr Image als familienfreundliches, christlich geprägtes Unternehmen.
Dieses Bild wird von Liza Featherstone gründlich beschädigt. Dabei geht es ihr nicht nur um die Diskriminierung von Angestellten durch ein bestimmtes Unternehmen. Sie erzählt die Geschichte der weiblichen "working poor", deren Leben durch Sexismus, Niedriglöhne und Armut geprägt ist. In der aktuellen Sozialstaatsdebatte, in der häufig behauptet wird, dass ein Arbeitsplatz – egal welcher – den Ausweg aus Armut und Abhängigkeit eröffnet, ist das Buch zugleich eine eindringliche Warnung: Beschäftigungen wie die darin angeprangerten fördern noch die Armut in der Arbeit.
Featherstones Darstellung verbindet die Geschichten der betroffenen Angestellten mit ausgefeiltem investigativem Journalismus. Die Autorin hat zahlreiche Interviews mit Klägerinnen gegen WAL-MART geführt. Insbesondere der aufsehenerregende, jahrelange Prozess der farbigen Angestellten Betty Dukes gegen ihren Arbeitgeber wird rekonstruiert. Doch der Kampf eröffnet auch Perspektiven: Selbst unter schwierigen Bedingungen muss der Einsatz für Gewerkschaften, Mindestlöhne und das Recht auf Kinderbetreuung nicht aussichtslos sein.
Liza Featherstone klärt die LeserInnen darüber auf, wie WAL-MART, der größte private Arbeitgeber der USA, seine weiblichen Angestellten systematisch um Aufstiegsmöglichkeiten, Lohnanteile und Arbeitsrechte betrügt – und was die betroffenen Frauen dagegen unternehmen.
Liza Featherstone
Arbeitsrechte Christliches Unternehmertum Frauenrechte Niedriglöhne Sexismus WalMart