Fallen die Erfolgsgrössen der internen Steuerung und der externen Unternehmenspublizität auseinander, dann steht das Versicherungsmanagement vor der Entscheidung, entweder auf der Grundlage von Rechnungslegungsgrössen zu steuern und Ineffizienzen in Kauf zu nehmen oder interne finanzwirtschaftliche Steuerungsgrößen heranzuziehen und eine inadäquate Abbildung unternehmerischer Vorgänge zu akzeptieren.
In dieser Arbeit motivieren konzeptionelle Gemeinsamkeiten von Value Based Management und IAS/IFRS die Untersuchung, ob die Entwicklung der externen Rechnungslegung die Beseitigung dieses Dilemmas ermöglicht. Zu diesem Zweck wird ein wertorientiertes Steuerungsmodell zunächst gegenwärtigen internationalen Rechnungslegungsvorschriften und anschliessend dem für die Zukunft vorgesehenen Fair Value-Accounting gegenüber gestellt.
Das Steuerungsmodell umfasst mit der Ermittlung der erwarteten Zahlungsströme sowie der Kapitalbedarfsermittlung und -allokation die bekannten Teildisziplinen des Value Based Managements. Weil den aktuellen Wertansätzen nach IAS/IFRS bzw. US-GAAP mit der Prospektivität und dem Zahlungsbezug wesentliche Eigenschaften wertorientierter Steuerungskonzepte fehlen, kann deren Eignung als Datenbasis nur auf rein theoretischer Basis diskutiert werden. Sowohl die Bilanzierung von Versicherungsverträgen als auch von Finanzinstrumenten soll künftig aber vollständig auf Fair Values umgestellt werden. Deshalb wird abschliessend untersucht, ob das zukünftige Rechnungslegungssystem ein mit Blick auf das wertorientierte Steuerungsmodell besser geeignetes Informationssystem darstellt.
Michael Zons
IAS IFRS Rechnungslegung Schadenversicherungsunternehmen Value Based Management