Durch die Abkehr vom traditionellen Juwel entzieht Bernhard Schobinger dem Schmuck seine Funktion als Statussymbol und macht ihn zu einem Instrument des Ausdrucks einer universellen kritischen Sprache.
Der Fingerring ist ein vertrautes Kulturgut in unserer Gesellschaft: Er trägt den begehrten Diamanten oder ist ein Zeichen von Zweisamkeit. Nicht so bei Bernhard Schobinger! An seinen Objekten der letzten 45 Jahre lassen sich künstlerische wie gesellschaftliche Entwicklungen ablesen. Der Ring als Zeitzeuge: Konkrete Kunst, die Ästhetik des Punk, der Postmoderne und mehr.
Bernhard Schobinger ist einer der provokativsten, kritischsten und künstlerisch inspirierendsten Schmuckkünstler der Gegenwart; er hat seinen Beruf revolutioniert. Er wendet sich von den üblichen Materialien ab und zieht andere vor, die den emotionalen Gehalt oder den konzeptionellen Wert aufweisen, die er sucht. Das können alte rostige Nägel sein, aus denen ein Ring entsteht, oder auch eine direkte Reaktion auf 9/11, wo er ein Flugzeug im Ring einschlagen lässt. Er interpretiert das Schmuckstück als Zeitzeugen unserer Gesellschaft.
Grundidee des Buches ist eine Übersicht nahezu aller Ringe, die Bernhard Schobinger in den letzten 45 Jahren realisiert hat. Es ist als Referenzwerk konzipiert und dokumentiert beinahe ein halbes Jahrhundert Gestaltungs- und Schaffenskraft dieses Schweizer Objektkünstlers. Bernhard Schobinger ist Preisträger des Grand Prix Design (2007).
Glenn Adamson
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