Veuillot war ein dezidiert katholischer Autor. In seinen Werken bekämpfte er den Gallikanismus wegen dessen nationalkirchlichen Zügen, vor allem aber den Liberalismus, den er als Wesenszug der Revolution und als Hauptgefahr für die katholische Kirche begriff, weil er den Kampf zwischen Off enbarung und Revolution als den großen Kampf der Neuzeit verstanden hatte: entweder gilt der Dekalog als Grundgesetz der Gesellschaft – oder der Mensch hat nie ein göttliches Gesetz als Richtschnur empfangen und macht sich deshalb seine Gesetze je nach Lage selbst. Der sel. Papst Pius IX. betonte ausdrücklich, daß „Die liberale Illusion“, die dann 1866 gewissermaßen als lebendige Zusammenfassung von Veuillots Denken und seines Kampfes erschien, seine eigenen Gedanken perfekt wiedergebe, und Papst Leo XIII. sprach von Veuillot als von einem „Laien als Kirchenvater“. „Die liberale Illusion“ ist eine Streitschrift von höchster Aktualität für heute – aus dem Jahre 1866. Nichts darin ist veraltet, nichts darin ist überholt.
Louis Veuillot
19. Jahrhundert Freimaurer Katholische Kirche Liberalismus