Im Plakat verdichtet sich der Zeitgeist. Es veranschaulicht die Phänomene der Alltagskultur und der Mentalitätsgeschichte, kulturpolitische Positionen werden kommuniziert, aber auch wirtschaftliche und parteipolitische Ansprüche. Nicht nur als historische Referenz sondern vor allem in ihrer künstlerischen Qualität stellen Plakate einen wesentlichen Bestandteil des Kulturerbes dar.
Das Weltkriegsjahr 1914 bildet dabei eine wichtige Zäsur, da nun das breite Feld der politischen Propaganda in den Blickpunkt rückt. Bildplakate dokumentieren die Geschichte zweier Weltkriege, die Zeit der jungen Republiken und die Phasen totalitärer Herrschaft. Zugleich haben sie ideologiestiftenden Anteil an eben dieser Geschichte. Sie ermöglichen einen nahezu unverstellten Blick auf die Ereignisse - und zwingen gerade deshalb den heutigen Betrachter zu kritischer Distanz.
Die Kunstbibliothek in Berlin, das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg und die Österreichische Nationalbibliothek in Wien verfügen über einen international repräsentativen Kernbestand zur europäischen Plakatkunst von den Anfängen bis in die Gegenwart.
Die vorliegende CD versammelt nun insgesamt etwa 9.200 Plakate der nachfolgenden Epoche. Alle Werke wurden nach dem gemeinsamen Dokumentationsstandard MIDAS katalogisiert und liegen in guten Farbreproduktionen vor. Sie können über eine Vielzahl wahlweise kombinierbarer Suchkriterien abgerufen werden. Informationen über Entwerfer, Drucker oder Drucktechniken werden ebenso verfügbar gemacht wie ein Nachweis der im Plakat beworbenen Produkte, die Beschreibung der Darstellungsinhalte oder die Transkription der Texte auf den Plakaten. Eine äußerst differenzierte Erschließung trägt insbesondere den fachübergreifenden, interdisziplinären Ansprüchen Rechnung. Durch die Verknüpfungsmöglichkeiten der Suchergebnisse werden zentrale Inhalte dieses wichtigen Abschnitts im visuellen Gedächtnis der Gesellschaft erstmals in ihrer Breite zugänglich.
Die Durchführung des Projekts wurde unter dem Akronym EPOC - European Posters Collections maßgeblich von der Europäischen Kommission gefördert. Auch im Sinne des europäischen Gedankens versteht sich EPOC als offenes Projekt, dessen Nachhaltigkeit sich in der zukünftigen Integration weiterer europäischer Plakatsammlungen erweisen soll.
Jede CD-ROM ruht in einer polierten Natursteinplatte
Bildplakate Propaganda Weltkrieg I Weltkrieg II