In diesem dritten Band seiner gesammelten Aufsätze zur ökumenischen Theologie legt der angesehene evange-lisch-lutherische Theologe und Ökumeniker Harding Meyer acht Aufsätze vor, die in den letzten Jahren publi-ziert wurden und die die Sammlung seiner Aufsätze zum Abschluss bringen. In der Spur seines immer wieder um die Zusammenschau von Einheit und Verschiedenheit kreisenden Nachdenkens nimmt er noch einmal die von ihm geprägten Begriffe „Einheit in versöhnter Verschiedenheit“ und „differenzierter Konsens“ auf, beschreibt deren Entstehung und Bedeutung und geht auf Anfragen ein. Er setzt diese Linie fort und zeigt in einem der nachfolgenden Aufsätze, wie nicht nur bei kontroversen Lehrfragen, sondern auch dort, wo es um verschiedene kirchlich-institutionelle Gegebenheiten und Realitäten, speziell um das Bischofsamt geht, Einheit in der Ver-schiedenheit möglich ist. „Differenzierte Partizipation“ ist dabei der Leitbegriff.
Weitere Aufsätze befassen sich mit dem kirchlichen Amt im Horizont des evangelisch-lutherischen Kirchenver-ständnisses und mit dem Artikel VII der Augsburger Konfession, wobei es gezielt um dessen ökumenisch kontro-verse „Satis est“-Aussage, ihren Sinn und ihre Grenze geht, also gleichsam um ein „Simul satis et non satis“.
Nach einer primär deskriptiven Darstellung dessen, was die bilateralen ökumenischen Dialogen der letzten Jahrzehnte über den heiligen Geist, sein Wesen und Wirken sagen, wird zum Abschluss die besorgte Frage nach der Zukunft des evangelisch/katholischen Dialogs gestellt. Wie kann der allgemeinen Dialogmüdigkeit und dem Versickern der bisherigen Dialogergebnisse entgegengewirkt werden? Die Anregung, die der Verf. gibt und die inzwischen allgemeinere Beachtung gefunden hat, legt gemeinsame kirchliche „’In via’-Erklärungen“ nahe, die das im Dialog schon Erreichte festschreiben und das noch nicht Erreichte als Aufgaben des weiteren Dialogs klar markieren. Der Verfasser exemplifiziert dies in seinem letzten Aufsatz, einem Plädoyer für eine evange-lisch/katholische „’In via’-Erklärung“ zum Verständnis des Herrenmahls.
Als Anhang enthält der Band die „Laudatio“ des Freiburger katholischen Theologieprofessors Dr. Magnus Striet, die dieser auf den Verfasser anlässlich der Verleihung des „Theologischen Preises 2008“ der Salzburger Hoch-schulwochen hielt, und dessen – autobiographisch gefärbte – Dankesrede.
Harding Meyer