Unser noch aus der Zeit der Jäger und Sammler stammendes Gerechtigkeitsgefühl täuscht uns. Der Strafgedanke in seiner derzeitigen Ausprägung ist eigentlich überholt. Er fördert oft weder Gerechtigkeit noch das möglichst kooperative menschliche Miteinander.
Der Täter-Opfer- Ausgleich muss wichtiger werden, wir dürfen das Strafen nicht mehr als Rache begreifen und müssen viel stärker in die Verhinderung von Straftaten investieren.
Unsere Strafjustiz kostet jährlich viele Milliarden Euro – ohne durchgreifenden Erfolg in der Bekämpfung von Kriminalität. Zugleich bleiben die Opfer von Straftaten oft auf ihrem Schaden sitzen. Thomas Galli entwickelt eine Vision, wie konkret ein sinnvollerer Umgang mit Verbrechen gestaltet werden kann. Alle seine Ideen erzählt er entlang anschaulicher Beispiele aus seiner Praxiserfahrung als Anstaltsleiter wie als Rechtsanwalt in der Vertretung von Tätern und Opfern.
Seine gut begründeten Forderungen betreffen etwa die Entscheidungsmöglichkeiten von Gerichten. Diese sollen nurmehr einen groben Rahmen möglicher Reaktionen auf Straftaten eines Angeklagten festlegen. Wie konkret der Schaden möglichst wieder gutgemacht und auf den Täter eingewirkt wird, entscheidet dann ein Gremium mit der Beteiligung auch von Laien.
Thomas Galli
Thomas Galli, Jahrgang 1973, hat Rechtswissenschaften, Psychologie und Kriminologie studiert. Von 2001 bis 2016 war er in leitenden Funktionen im Strafvollzug tätig, zuletzt als Leiter einer Justizvollzugsanstalt. Seitdem ist er als Rechtsanwalt, Autor und Vortragsredner tätig.
Kriminalität Gefängnisse Resozialisierung Restorative Justice Strafhaft Justizreform Täter-Opfer-Ausgleich Weißer Ring Prävention
Das Buch regt zum Nachdenken an und bietet eine erfrischende Alternative zu den traditionellen Strafkonzepten. Wer sich für gesellschaftliche und juristische Themen interessiert und bereit ist, die bisherigen Denkweisen kritisch zu hinterfragen, wird viele wertvolle Anregungen finden. (mediennerd.de)
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Lesenswerter Denkanstoß für ein breites, nicht juristisches Publikum. (ekz-Bibliotheksservice)
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Hier ist also kein Sozialromantiker am Werk, sondern ein erfahrener und reflektierter Fachmann. Ich wünsche mir und uns allen, dass dieser Ansatz ernsthaft diskutiert und erwogen wird. Denn Galli hat mich überzeugt, dass er auch uns, die wir nicht straffällig werden, einen Gewinn bringt. (Blickpunkte, 04.12.2024)
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