Als sich die gewaltigen Alpen-Gletscher vor rund 12.000 Jahren zurückzogen, hinterließen sie ein über 100 Meter tiefes Becken, das sich mit Wasser füllte, von den menschlichen Ansiedlern "Würmsee" getauft wurde, und heute als umbenannter "Starnberger See" die Badewanne Münchens ist. Ausflugsdampfer und Segler sprenkeln den schlanken See, auf dessen sanften hügeligen Ufern sich Künstler, Großbürger und blaues Blut respektable Villen gebaut haben. Allen voran der Märchenkönig Ludwig, der seiner angebeteten Sissy auf der Roseninsel festliche Dimner gab. Die Film-Dokumentation schaut über den See auf die malerische Alpenkette, aber auch hinter die Postkarten-Kulissen: besucht Fischer und Loriot, ein schwüles Domizil aus dem Fin de Siède, das Buchheim-Museum, segelt mit einem Wittelsbacher Prinzen und entdeckt nebén Aufgebrezeltem noch viel bayrisch-ländliche Tradition. Eine der schönsten Ecken Bayerns, die Karl Valentin noch kürzer beschreibt: Der Starnberger See ist seicht, lang, kurz, schmal, und breit zugleich. Er hat einen eigenen Reiz.
Gertraud Dinzinger