Die Idee des internationalen Verbrechens entstand gemeinsam mit der Konzeption internationaler kriminalpolizeilicher Kooperation.
Der neue Typus des mobilen Berufsverbrechers entpuppt sich dabei vor allem als eine idealtypische Figur, die von Strafverfolgungsexperten entworfen wurde. Diese Figur und ihre jahrzehntelange Präsenz im Diskurs über Verbrechen und Sicherheit war für die Kriminalpolitik des 20. Jahrhunderts von großer Bedeutung und führte 1923 auch zur Gründung von Interpol.
Jens Jäger
IKPK Internationale Kriminalpolizeiliche Kommission Kriminalistik Kriminalsoziologie Polizeigeschichte Polizeikooperation
"diese Untersuchung bietet die Chance zur historischen Tiefenschärfe."
H-Soz-u-Kult
Den historischen Wurzeln jenes Sujets des ›internationalen Verbrechertums‹, das die Fantasie Eric Amblers beflügelte und ihn beispielsweise zur Kriminalgeschichte Topkapi inspirierte, ist Jens Jäger nun in seiner Habilitationsschrift Verfolgung durch Verwaltung nachgegangen. Jäger verfolgt die Entwicklung von ›internationalem Verbrechen und internationaler Polizeikooperation‹ von 1880 bis 1933. Für seine 424 Seiten starke Arbeit hat er – und das ist ein entscheidendes Verdienst – Dokumente aus Deutschland, aber auch aus London, Paris, Wien und Buren zusammengetragen. Mit diesem Sample europäischer Verwaltungsakten gelingt es Jäger, einen Strang der kriminalpolizeilichen Praxis in Europa exemplarisch zu verfolgen: die Bemühungen um internationale polizeiliche Kooperation in der Ahndung ›internationaler Kriminalität‹, die 1923 in der Gründung der Internationalen Kriminalpolizeilichen Kommission (IKPK), dem Vorläufer von Interpol, kulminierte. (IASL - online, 03.07.2007)
Zusammengenommen ist die gut zu lesende Arbeit von Jäger ein deutlicher Gewinn. (Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, 01/2008)
Alles in allem ist die Studie von Jäger ein Gewinn: Er erweitert auf breiter Quellen- und Literaturbasis die bisherige nationalgeschichtlich orientierte Polizeigeschichtsforschung um die internationale Komponente. (sehepunkte, 10/2007)
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