Brigitte Lohrke Lohrke Kinder in der Merowingerzeit

Kinder in der Merowingerzeit

von Brigitte Lohrke

Gräber von Mädchen und Jungen in der Alemannia

EUR 59,80

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Beschreibung

Als Ausgangsbasis wurden Schriftquellen und 989 Kindergäber und Gräber von Jugendlichen des 5.-8. Jh. aus 28 Gräberfeldern der Alemannia untersucht. Dabei erlaubte die Kombination archäologischer und anthropologischer Daten Aussagen zur altersspezifischen und geschlechtsspezifischen Bestattung. Neben historischen wurden ethnologische, volkskundliche und soziobiologische Untersuchungen berücksichtigt. Die Kindheit als „Schonzeit“ war mit 6-8 Jahren kurz, früh erfolgte die Integration ins Wirtschaftsleben. Mit 12-15 Jahren begannen Mündigkeit, Heiratsfähigkeit und Wehrfähigkeit. Der Subadultenanteil auf Gräberfeldern variiert von 10-70 %. Die Sterblichkeit sank mit zunehmendem Alter, wobei Mädchengräber besser erkennbar und u.a. daher zahlreicher sind. An Knochen ließ sich Mangelernährung oder Anämie erkennen, die Schriftquellen bezeugen Infektionen. Die Gräber entsprachen denen Erwachsener, waren jedoch seichter und daher störanfälliger. Beigaben waren in zwei Dritteln der Fälle vorhanden, wobei Nutzobjekte wie Nahrung, Gürtel, Schmuck und Waffen weit häufiger als Spielgeräte vorkamen. Insgesamt bezeugen die Gräber die Wertschätzung und Beachtung von Kindern. As a starting point, the written sources and 989 burials of children and juveniles in 28 cemeteries of the Alemannia of the 5th to 8th century were investigated. The combination of archaeological and anthropological data permitted statements on age-specific and gender-specific burial. Apart from historical, also ethnological, folklore and socio-biological studies were taken into account. Childhood as a “honeymoon period“ of 6-8 years was only short. At an early age, children were integrated into economic life. With 12-15 years children became of age and were considered marriageable and fit for military service. The percentage of subadults in cemeteries varies from 10-70 %. Mortality decreased as the age increased, with girls always being a bit over-represented, because their graves are more easily recognized. From the bone material malnutrition or anaemia could be diagnosed, the written sources attest many infectious diseases. The graves were identical to those of adults, but shallower and thus more liable to later destruction. Grave goods existed in two thirds of the cases with useful objects such as food, belts, jewellery, and weapons far exceeding the number of toys. All in all, the burials attest a high regard of and attention to children.

Autor*in

Brigitte Lohrke

Themen in »Kinder in der Merowingerzeit«

Alemannen Bestattung Ernährung Friedhof Frühes Mittelalter Kind Sterblichkeit

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Details

ISBN: 9783896467690
Verlag: VML Vlg Marie Leidorf
Erscheinung: 09.2004

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