Tonika-Do ist eine ebenso aktuelle wie traditionsreiche Form der relativen Solmisation mit dem Ziel, das innere musikalische Gehör zu schulen. Martin Losert beschreibt und deutet die besonderen Merkmale dieser Methode. Der Akzent seiner Darstellung liegt dabei zum einen auf historischen Details, die erklären, wie und unter welchen Bedingungen die Methode entstand und wie sie weiterentwickelt wurde. Zum andern beschreibt er die besondere Methodik von Tonika-Do: den Gebrauch und die Funktion der Solmisationssilben, der Handzeichen, der Rhythmussprache und der verschiedenen relativen Notationsformen. Zusammen mit der fünfstufigen Lehrsystematik stellen diese sogenannten Denk- und Übungsmittel den Kern der Konzeption von Tonika-Do dar.
In dieser Arbeit wird versucht, die besonderen Merkmale der Tonika-Do-Methode zu beschreiben und zu deuten. Der Akzent der Darstellung liegt dabei zum einen auf historischen Details, die erklären, wie und unter welchen Bedingungen die Methode entstand, sich entwickelte und aus welchen Gründen sie letztlich auch wieder im Musikunterricht außer Gebrauch geriet. Zum andern wird die besondere Methodik von Tonika-Do dargestellt.
Aus den ursprünglichen Ideen Guido von Arezzos erwuchs die mittelalterliche Solmisation. Spätere Fortentwicklungen waren die französische Ziffern- und die englische Tonic-Solfa-Methode, auf die Tonika-Do unmittelbar zurückgeht. Die eigentliche Genese der Tonika-Do-Methode ist jedoch nicht zu trennen von sozialen und historischen Rahmenbedingungen, denen die maßgeblichen Protagonisten und Protagonistinnen der Tonika-Do-Bewegung unterworfen waren.
Ein besonderes Charakteristikum sind die diversen Denk- und Übungsmittel, wie sie sich in den Solmisationssilben, den Handzeichen, der Rhythmussprache und den verschiedenen relativen Notationsformen zeigen. Zusammen mit der fünfstufigen Lehrsystematik stellen sie den methodischen Kern der Konzeption von Tonika-Do dar und werden dazu eingesetzt, ein inneres musikalisches Gehör zu vermitteln. Der Vergleich mit anderen musikpädagogischen Ansätzen zeigt, dass die Tonika-Do-Methode auch heute noch ein sinnvolles und bereicherndes Methodenrepertoire bietet.
Martin Losert
Musik Musikerziehung Musikpädagogik Solmisation
(Patricia Arnemann, üben & musizieren, 2/2012). Martin Losert liefert in seinem Buch "Die didaktische Konzeption der Tonika-Do-Methode" geschichtliche und methodische Informationen zum Thema. Die als Dissertation geschriebene Arbeit ist ein umfassendes und logisch gegliedertes Nachschlagewerk. Sukzessive arbeitet der Autor folgende Fragen ab: "Was ist die Tonika-Do-Methode, wie entstand sie und welche methodisch-didaktischen Elemente wären auch für einen heutigen Musikunterricht gewinnbringend?". Für MusikpädagogInnen sind besonders die Passagen interessant, die einen Bezug zum Unterrichtsgeschehen aufweisen. Da das Buch vor allem wissenschaftlich angelegt ist, sind diese jedoch naturgemäß seltener zu finden, zumal der Autor feststellt, dass Tonika-Do in ihrer Reinform eine historische, aus dem Lehrrepertoire verschwundene Methode ist und im heutigen Unterricht lediglich Mischformen verschiedener Solmisationsmethoden auftauchen. Losert gibt dennoch vor allem am Schluss seiner Dissertation einige Hinweise zur Verwendung der Grundzüge der Tonika-Do-Methode im Unterricht.
()