Keimzelltumoren sind die häufigsten soliden Malignome bei Männern zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. War bis vor 25 Jahren die Prognose metastasierter Keimzelltumoren infolge ihres aggressiven Wachstums und damals fehlender kurativ wirksamer Chemotherapien eine außerordentlich schlechte, so sind sie heute von allen soliden Tumoren Erwachsener jene, die in fortgeschrittenen metastasierten Stadien die besten Chancen auf Heilung haben, sofern alle erforderlichen Therapiemaßnahmen konsequent eingesetzt werden. Die Behandlungserfolge bei Keimzelltumoren sind damit Hoffnungsträger und Motivation geworden, auch für andere fortgeschrittene Krebserkrankungen nach kurativen Behandlungsmethoden zu forschen.
Das optimale Erreichen solcher Therapieziele kann wie bei der Behandlung der meisten anderen Krebserkrankungen auch bei den Keimzelltumoren nur durch fachübergreifende gemeinsame interdisziplinäre Therapieplanung und Kooperation erreicht werden. Die Liste der Autoren und auch das Buch selbst repräsentieren eine solche interdisziplinäre onkologische Zusammenarbeit und sind ein Ausdruck des gemeinsamen Bemühens um diese Patienten.
Wolfgang Höltl