Die Scharka-Krankheit der Pflaume, verursacht durch das Blattlaus-übertragbare Plum pox virus (PPV), zählt zu den die Wirtschaftlichkeit am stärksten beeinflussenden Erkrankungen des Steinobstes (vor allem Pflaumen, Aprikosen und Pfirsiche). Vorzeitiger Fruchtfall, der schlechte Geschmack sowie die ungenügende Lagerfähigkeit der Früchte erkrankter Bäume sind wichtige Gründe dem PPV mittels Auslese, Züchtung und Suche nach Resistenz bzw. Einhaltung der Scharka-Verordnung zu begegnen. Die vorliegende Dissertation stellt einen Beitrag zur Resistenzzüchtung dar. Schwerpunkt war die Prüfung ausgewählter qualitativ und quantitativ resistenter Pflaumen- sowie immuner und quantitativ resistenter Aprikosengenotypen mittels vier verschiedener Inokulationsmethoden. Das Reaktionsverhalten von Sorten beider Prunus-Arten gegenüber dem PPV wurde vergleichend diskutiert.
Des weiteren erfolgte eine Erhebung zur Verbreitung von D- und M-Stamm des PPV in Mitteldeutschland und die Darstellung in einer Übersichtskarte. Ausgesuchte Isolate dieser beiden Stämme wurden biologisch auf der Pflaumenhybride K 4 charakterisiert und zur Inokulation in den oben genannten Untersuchungen genutzt.
Eine Bonitur der Pflaumengenotypen unter natürlichen Infektionsbedingungen in der Anlage der Genbank Obst Dresden-Pillnitz hinsichtlich Scharka-Symptomen, Fruchtbehang und Rindenschäden zeigte feldresistente und fruchttolerante Sorten auf und erlaubte eine obstbauliche Bewertung.
Imke Müller
PPV Plum pox virus Prunus domestica