Siekmann Tatort Domplatz

Tatort Domplatz

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Der Münster-Plan von 1609 und seine Geschichte(n)

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Beschreibung

Der bislang älteste bekannte Plan der Stadt Münster kehrt zurück an seinen Entstehungsort. Allerdings nicht im Original, sondern als Faksimile in Originalgröße von 38 x 84 cm. Die lavierte Federzeichnung mit dem Domplatz im Zentrum zeigt den Prinzipalmarkt und die angrenzenden Straßen in überraschendem Detailreichtum. Zentral ist die Darstellung eines Kampfgeschehens auf dem Domplatz: Am 17. Juli 1607 erstach dort Dietrich von Galen den Erbmarschall Gerhard Morrien. Der wissenschaftlich fundierte Kommentarband erschließt neben der Geschichte um das tödliche Duell die Entstehungs- und Überlieferungsgeschichte des Morrien-Plans und stellt ihn in die Reihe der historischen Planansichten Münsters. Das reich bebilderte Buch lädt dazu ein, die Stadtgeschichte und Stadtgestalt Münsters um 1600 neu zu entdecken.

Autor*in

Mechthild Siekmann

Themen in »Tatort Domplatz«

Galen Morrien Münster Reichskammergericht Stadtplan

Stimmen zu »Tatort Domplatz«

Warum ist auf dem frühesten Stadtplan von Münster, der eine perspektivische Ansicht des Dombezirks zeigt und zwischen 1607 und 1609 gezeichnet wurde, deutlich sichtbar eine Duellszene abgebildet, und warum liegt die Federzeichnung ausgerechnet im Archiv der hessischen Stadt Bad Homburg vor der Höhe? Der aufwendig gestaltete Band »Tatort Münster« beantwortet diese Fragen und gibt darüber hinaus Aufschluss über ein spannendes Kapitel der Münsteraner Stadtgeschichte. Die Karte zeigt Geschehnisse, die sich am 17. Juli 1607 zutrugen. Die beiden Personen, die sich auf dem Domplatz gegenüberstehen, sind keine Geringeren als Dietrich von Galen, der Vater Christoph Bernhards, des späteren Fürstbischofs von Münster, und der Vorsitzende der Ritterschaft, Erbmarschall Gerhardt Morrien, der bei diesem Kampf den Tod fand. Das tödliche Duell hatte einen Jahrzehnte währenden Prozess zwischen den beiden Familien vor dem zuständigen Gogericht Rheine-Bevergern zur Folge. In den über 10.000 Aktenseiten ist auch ein Plan erwähnt, den die Witwe Morriens, Adolpha von Ketteler, zur Begründung ihrer Mordanklage eingereicht habe, und ebendies ist die Stadtansicht, um die es hier geht. Besonders interessant ist, dass die Duellszene schon zur Prozesszeit überklebt wurde: Während zuvor beide Männer mit ihren Waffen aufeinander losgehen, erscheint auf der Überklebung Galen eindeutig als Aggressor, der zuerst zieht – dies entspricht der Argumentation der Witwe, die den Maler offenbar nachbessern ließ. Sie suchte außerdem nachzuweisen, dass Galen vorsätzlich handelte; der Plan diente deshalb auch zur Rekonstruktion des Weges durch Münster, den Galen vor dem Duell nahm. Doch die Argumente verfingen nicht. Nach zwölf Jahren erging das Urteil: Geldstrafe für Galen und Haftentlassung; das Gericht erkannte auf Notwehr zu seinen Gunsten. Die Witwe Morrien aber ging in Berufung und appellierte an die höchste Instanz, das Reichskammergericht in Speyer. Und deshalb tauchte der Plan in Bad Homburg auf: Er befand sich im Nachlass eines Beamten am Reichskammergericht. Dieser hatte den Plan aus den Prozessakten entfernt und seiner Sammlung von Karten einverleibt. Das Urteil des Reichskammergerichts ist übrigens nicht überliefert; Galen aber hatte von Münster genug und hielt sich bis zu seinem Tod auf seinen Gütern in Kurland und Livland auf. Heike Talkenberger, in: Damals 42, 2010
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Vor einiger Zeit wurde in einem hessischen Stadtarchiv die älteste bislang bekannte Ansicht Münsters entdeckt, die das Stadtzentrum zu Beginn des 17. Jahrhunderts in einer sehr schönen Vogelschau zeigt. Die lavierte Federzeichnung war seinerzeit angefertigt worden, um eine spektakuläre Bluttat zu rekonstruieren: Die Ermordung des Erbmarschalls Gerhard Morrien durch den wilden Grafen Galen anno 1607. Das alles wird hier minutiös historisch beleuchtet, ausführlich bebildert und sehr schön in allen Facetten nacherzählt. Eine solche Stadtgeschichte ist in der Tat spannender als jeder Kriminalroman! Volker Jakob, in: Westfalenspiegel 59, 2010
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Details

ISBN: 9783895348693
Verlag: Aschendorff
Erscheinung: 03.12.2009

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