Hätte ich dich nicht getroffen,
Draußen im Ozean der ewigen Sehnsucht,
Wäre ich nicht verzaubert
Vom Wesen deiner göttlichen Art.
Ich hätte nie erfahren den Schmerz
Des Unfassbaren, das nur einmal geschieht.
Hätten wir nicht durchmessen
Verbotenes, Verwegenes so groß,
Dass die Worte versagen, es zu beschreiben,
Die Schleier des Vergessens gebreitet
Über die heißen Wunden der Liebe,
Wir könnten nicht sprechen die Worte des Zorns.
Was hat in uns entstehen lassen
Die Nachtgedanken der Unmöglichkeit,
Ineinander zu verschmelzen,
Zu verweben Hanf und Seide,
Um bunte Flügel zu verleihen
Der grauen Erdverbundenheit.
Was hat uns nur so verzagen lassen,
Die Welt zu bewegen mit Kraft?
Unser Notenblatt war längst geschrieben,
Die Melodie war so machtvoll und stark,
Doch unsere Stimmen versagten zu singen
Das Lied, das der Welt ihren Sinn gibt.
Dieter Breitig, geb. 1941 in Regensburg. Studierte in München und promovierte im Fach Kernphysik. Forschungsaufenthalte in Dänemark (4 Jahre) und den USA (2 Jahre). Seit 1974 an der Universität Ulm in der interdisziplinären Forschung (Biologie, Medizin, Physik) und Lehre tätig. Bisher hat der Autor nur wissenschaftliche Texte veröffentlicht. Dies ist ein erster Versuch, die verborgene Seite des Mondes zu sehen.
Dieter Breitig