"Musette oder Die mörderische Frage nach dem kleinen Unterschied" gibt dem Leser ein umfassendes und glaubwürdiges Bild der Ereignisse von 1989 im Umfeld der rumänischen Revolution, aber - die Dinge sind nicht, was sie zu sein scheinen. Diese Erkenntnis nutzt der Autor, um die historischen Ereignisse mit persönlichen Erlebnissen und Erzählungen Dritter zu verweben. Anhand vieler Puzzlesteine wird der Umsturz im Osten geschildert und in Frage gestellt. Darüber hinaus entsteht ein liebevoll gezeichnetes Bild von den Menschen im Karpatenbogen, stellvertretend für alles Menschliche, für Nähe, Wärme und Heimat. Das Interesse an der anspruchsvollen Komposition und Machart des Buches ist rasch geweckt, das Inhaltliche - wie auch das Kompositorische - hält den Leser in Spannung. Dass sich der Autor des Genres des Kriminal- und Kolportage-Romans bemächtigt, verschafft ihm gewisse Freiheiten und nicht zuletzt auch die Lizenz, sich sprachlich und stilistisch mancher Klischees zu bedienen, ohne störend zu wirken.
Gert Ungureanu